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„Los“-Ausstellung beim Förderverein Aktuelle Kunst

Mit Humor und Glück ins Kunstjahr

Münster

Es darf geschmunzelt werden. Und gehofft. Denn bei der Jahresgabenausstellung des Fördervereins Aktuelle Kunst (FAK) werden nicht nur interessante und amüsante Arbeiten gezeigt. Es werden auch Kunstwerke verlost.

Gerhard H. Kock

Die „Tätowierte Meerjungfrau“ von Hyun Gyoung Kim gehört zur Jahresgabenausstellung des Fördervereins Aktuelle Kunst. Wer das große Los zieht, kann sich als Gewinner unter den 30 Kunstwerken eines aussuchen. Foto: Gerhard H. Kock

Nach dem Erfolg im vorigen Jahr hoffen die Organisatoren wieder auf großen Zuspruch für ihre Ausstellung, die gleichsam den Auftakt in das Kunstjahr darstellt. Mit der Verlosung greifen die Künstler vom FAK eine Tradition aus dem 19. Jahrhundert auf. Die Mitglieder der Kunstvereine erhielten die Möglichkeit, eine der präsentierten Arbeiten im Losverfahren zu gewinnen. Diese Chance haben die Besucher am Wochenende auch wieder an der Fresno­straße. Der Losgewinner darf sich ein Werk aus der Ausstellung aussuchen. Zudem gibt es drei Trostpreise, die von Bettina Dettmer und Willi Kramer kreiert wurden. Und bei diesem Künstlerduo, weiß der Kenner, geht es in der Regel lustig zu. Diesmal haben sie ein Katzenspielzeug unter Plastikbecher mit Knabberzeug gepackt sowie jeweils eine Papier-„Schürze“. Durch eine motorgetriebene Unwucht schuckeln diese automatischen Servicekräfte wie trunken durch den Raum, dass es schwer fällt, die Mundwinkel unten zu halten . . .

In der Jahresgabenausstellung ist nicht nur jeweils ein Werk der Künstler der Ateliers zu sehen. Jeder der 15 Künstler des Hauses hat sich zudem einen Gast eingeladen, sodass 30 künstlerische Positionen zu erkunden sind. Unter den Gästen sind in Münster bekannte Namen wie der Fotograf Matthias Zölle oder der Maler Uwe Ehrngruber dabei. Mit Sebastian Osterhaus zeigt ein ehemaliger FAK’ler den Digitalprint „Rehgeknister“: Aus schwarzem Grund ist eine Rehbüste wie ausgeschnitten und gefüllt mit Schichten aus Flecken und Schraffuren, aus denen das Auge ein Fell entstehen lassen möchte. Das Objekt von Toni Deitmar wirkt optisch surreal (Seifenreste sind in zwei Reihen zu je 21 Stück in einem Holzkasten aufgehängt wie zum Trocken) und vermittelt über den Titel moralische Tiefe: „Rest-Schuld“. Redewendungen wie „Eine „Hand wäscht die andere“ und seine „Hände in Unschuld waschen“ liegen auf der Hand. Anna Holzhauer zeigt zwei Riesenoblaten mit jeweils einem Edding-Punkt.

Anke Gollup stellt einen tönernen, mit verschiedenfarbigen Glasuren überzogenen Jammer-Kopf aus, der wie durch Feuer, Wind oder Wasser zerrissen zu klagen scheint. Gertrud Neuhaus hängt in blassen Tönen, aber malerisch dicht „gewebt“ einen „Teppich“ an die Wand.

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Die Vernissage mit Verlosung ist am Freitag (18. Januar) um 19 Uhr beim Förderverein Aktuelle Kunst, Fresnostraße 8. Die Ausstellung ist am Samstag und Sonntag (19. und 20. Januar) von 15 bis 18 Uhr zu sehen.   | www.foerderverein  aktuellekunst.de

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