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Konzertreihe „Chapeau Classique“ ist zurück

Romantische Dialoge zwischen Klarinette und Klavier

Münster

Die Konzertreihe „Cheapeau Classique“ präsentierte am Wochenende gleich zwei Konzerte. Der Erbdrostenhof war nahezu voll besetzt.

Von Ulrich Coppel

Pianist Helge Aurich und Klarinettist Simon Degenkolbe musizierten im Erbdrostenhof. Foto: Ulrich Coppel

Nach längerer, durch die Corona-Pandemie bedingten Pause erlebte die beliebte Kammermusikreihe „Chapeau Classique“ der Gesellschaft für westfälische Kulturarbeit (GWK) mit gleich zwei Konzerten des Klarinettisten Simon Degenkolbe und des Pianisten Helge Aurich am Sonntagnachmittag im nahezu voll besetzten Erbdrostenhof einen Neustart nach Maß. Auf dem Programm standen romantische Werke von Robert Schumann, Johannes Brahms und Carl Maria von Weber.

Degenkolbe und Aurich begannen ihr knapp 75 Minuten dauerndes, ohne Pause gestaltetes Konzert mit Schumanns „Drei Fantasiestücken op. 73“. Degenkolbe, zugleich neuer Solo-Klarinettist des Sinfonieorchesters Münster, nuancierte die zarten, intimen Farben darin sehr einfühlsam – Aurich fand auf dem geschlossenen Bösendorfer-Flügel sofort den passenden Puls. Die dezenten Arpeggien in der ersten Fantasie kontrastierten die beiden mit erfrischender Leichtigkeit, Virtuosität und Dynamik im zweiten und dritten Stück.

„Grand Duo Concertant“

Ähnlich kontrastreich gestalteten die beiden Musiker die zwei folgenden Haupt-Programmpunkte, Brahms’ Sonate für Klavier und Klarinette Nr. 2 in Es-Dur und Webers Grand Duo Concertant für Klarinette und Klavier, das ebenfalls in Es-Dur, steht: eines der bekanntesten Werke für diese Besetzung.

Spürbar war nicht die Souveränität beim Meistern der technischen Herausforderungen, die diese Werke beinhalten, sondern die große Spielroutine eines exquisit eingespieltes Kammermusikduos.

Simon Degenkolbe und Helge Aurich blieben konsequent den Werken treu und überreizten ihre Interpretationen nicht durch Effekthascherei, auch dann nicht, wenn die Spontaneität und Lebendigkeit, etwa in von Webers „Grand Duo Concertant“, dazu vermeintlich verleitete. Als Zugabe erklang eine Romanze aus Clara Schumanns op. 22. Ebenfalls sehr schön.

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