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„Best of Loriot“ im Boulevard Münster

Schöne Plattitüden und Peinlichkeiten

Münster

Loriot läuft immer. Das Boulevard Münster weiß das und setzt auf eine große Packung der besten Sketche. Eine Premiere mit Lachsalven-Garantie.

Von Maria Conlan

Erwin Lindemann könnte sich über seinen Gewinn freuen – wäre da nicht das verwirrende Fernsehteam. Foto:

Victor von Bülow hätte seinen Spaß gehabt: Im Boulevardtheater erweckten Angelika Ober, Michaela Fleischer, Eric Haug und Erik Voss beim „Best of Loriot“ seine Figuren zu neuem Leben. Angelika Ober inszenierte nicht nur Klassiker, sondern auch unbekanntere Schätze und ließ sie in neuem Glanz erstrahlen. Die vier Schauspieler jodelten, badeten, tranken, flirteten, verhaspelten sich, hielten sinnlose Reden und durchlebten mit Bravour Peinlichkeiten, dass es zum Schreien komisch war. Peter Pittermann hat liebevoll ein Bühnenbild geschaffen, das flexibel und in Minutenschnelle wandelbar war, denn ein Sketch folgte dem anderen, mal vor dem Vorhang, dann wieder im vollen Bühnenbild.

In den Umbaupausen wurden passende Musikstücke gespielt, ob von den Comedian Harmonists oder jüngeren Schlagerstars, ob Charles Aznavour oder ein Jodler. Das Publikum jubelte, lachte und sang mit – und übte beim Jodelsketch fleißig „Holleridudödldi“. Den absoluten Brüller bildete der Badewannensketch.

Die Gags wirkten in der Pause fort, sogar auf dem Nachhauseweg waren sie noch Thema und sorgten für Spaß. Dieser Theaterabend ist ein absolutes Muss für Loriot-Fans, aber auch für diejenigen, die sich von deutschem Humor überzeugen lassen möchten. Aber auch für alle, die sich nicht scheuen, den Spiegel vorgehalten zu bekommen. Loriot beleuchtet Alltagskommunikation, aber auch das Verhalten im Konzert, beim Ehetherapeuten und beim Flirt. Plattitüden, Politikerreden, Peinlichkeiten und Versprecher sorgen immer wieder für Aha-Erlebnisse. Ober hat charmant Münsterbezüge mit eingebaut, ob es der Radioreporter ist oder die Zeitung. Bei den Zuschauern gab es oft fröhliches Erkennen beliebter Sketche. „Ach ja, der ist gut“, tönte es schon nach wenigen Sätzen. Jubelschreie eröffneten den Badewannensketch.

Empfehlenswert, aber Achtung: Ab und zu können die Lachmuskeln schmerzen und die Tränen vor Lachen kullern.

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