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Auftakt zur Kindertheaterreihe „Roter Hund“:

Schöner ist’s zu zweit

Münster

„Hört mal, wie das klingt. Das klingt nach draußen, auf dem Land“, sagt der Schauspieler mit sanfter Stimme, während er eine Melodie auf der Gitarre spielt. Aus dem Off tönt Vogelgezwitscher, es klingelt hell und plötzlich werden alle ganz klein. Schließlich würde das Publikum mit seinem musizierenden Busfahrer sonst kaum in den kleinen, gelben Bus passen, der sie weit in die Natur fährt, zum großen, einsamen Wolf, der einen kleinen Freund finden wird ...

Isabell Steinböck

Christian Kruse vom Figurentheater Neumond als musizierender Busfahrer. Foto: is

„Großer Wolf & kleiner Wolf oder vom Glück, zu zweit zu sein“ heißt das Kinderstück nach dem Bilderbuch von Nadine Brun-Cosme und Olivier Tallec, das, veranstaltet vom Kulturamt Münster und dem Theater Scintilla, am Sonntag die Kindertheaterreihe „Roter Hund“ am Alten Zoo eröffnete. Wegen des Gewitters spielte Christian Kruse (Figurentheater Neumond, Hannover) nicht wie geplant draußen vor der Eulenburg, sondern in der Westfälischen Schule für Musik.

Der künstlerische Leiter der Kindertheaterreihe, Bart Hogenboom, hat zum Auftakt ein Theaterstück nach Münster geholt, das auch sehr kleine Zuschauer erreicht. Regisseur Carsten Hentrich setzt in unserer schnelllebigen Zeit auf entspannte Atmosphäre, die Christan Kruse mit Musik, Geräuschen und Puppenspiel vor liebevoll gestalteter Kulisse vermittelt. Hier lässt er Kinder dem Gesang einer Amsel lauschen, dort ist das Schmatzen von Weinbergschnecken zu vernehmen. Manchmal geht es auch nur darum, Wolken am Himmel zu betrachten. Dynamik kommt ins Spiel, als der große Wolf auftritt, ein grauer Einzelgänger mit langer Schnauze, der gar nicht daran denkt, Schafe zu reißen. Statt Fleisch frisst er lieber Obst; an die Stelle von Jagd treten Kniebeugen und Liegestütze. Als der kleine Wolf erscheint, wird es aufregend. Ob er ihm wohl Böses will?

Natürlich nicht, viel zu putzig ist das Tierchen, das erst einmal alles nachahmt, was der Große macht.

Witzig, wenn er wie ein Rennauto versucht, den Baum hochzudüsen und dann hopsend Gymnastik macht.. Der große Graue hat den kleinen Blauen bald liebgewonnen und vermisst das Wölfchen sehr, als es plötzlich weg ist. Keine Frage, dass sie am Ende glücklich vereint sind. Ein kleines, feines Kinderstück um zarte Gefühle und Freundschaft, die das Leben lebenswert machen.

Zum Thema

Nächstes Kindertheater bei Roter Hund: „Alfred im Stroh und anderswo“, Puppentheater von Laku Paka aus Kaufungen, 12. Juli, 11 und 16 Uhr.

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