1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Kultur
  6. >
  7. So schön kann es mit Schubert sein

  8. >

Ein bewegender Musik- und Liederabend mit Christoph Prégardien im Bagno

So schön kann es mit Schubert sein

Steinfurt

Schubert, Beethoven, Schubert: Franziska Hölscher (Violine), Daniel Heide (Klavier), Jens Peter Maintz (Cello) und Tenor Christoph Prégardien boten in der Bagno-Konzertgalerie ein spannungsreiches und faszinierendes Programm.

Von Martin Fahlbusch

Franziska Hölscher (Violine), Daniel Heide (Klavier), Jens Peter Maintz (Cello) und Tenor Christoph Prégardien im Bagno- Foto: Fahlbusch

Warum nicht mal ein bewegendes Konzert in der Bagno-Konzertgalerie mit Franz Schubert beginnen und ebenso umwerfend enden lassen? Das gelang am Sonntag Franziska Hölscher (Violine), Daniel Heide (Klavier), Jens Peter Maintz (Cello) und dem Tenor Christoph Prégardien spannungsreich, weil sie gleich drei ganz unterschiedliche Werke von Ludwig van Beethovens in die Mitte nahmen. Bei Schuberts Sonate a-Moll D 385 für Violine und Klavier stellten sich Franziska Hölscher und Daniel Heide als perfekte Kammermusiker vor, die dem Werk und den Fähigkeiten des jeweiligen Partners Raum ließen. Die nächste Überraschung folgte auf dem Fuß, als Christoph Prégardien kaum bekannte Volksliedbearbeitungen von Ludwig van Beethoven zele­brierte. Mag sein, dass eine deutsche Übersetzung der englischen Texte hilfreich gewesen wäre, wie es ein Konzertbesucher in der Pause anregte, andererseits wurden die von einem schot­tischen Verleger in Auftrag gegebenen Werke derart ­anschaulich gesungen und durch das Instrumentalisten-Trio stimmig begleitet, dass sie auch so hinrissen. In gewisser Weise wurde das Thema Volkslied in Beet­hovens „Gassenhauer-Trio“ temperamentvoll weitergesponnen. So schwungvoll wurden selten Konzert­besucher in die Pause gefegt.

Als Hommage an das Cello vom Klaviertitan Ludwig van Beethoven stellten Jens Peter Maintz und Daniel Heide die Sonate C-Dur plastisch in den vollbesetzten Bagno-Saal. Das Stichwort Gesangskunst deklinierte schließlich Christoph Prégardien bei ausgewählten Liedern von Franz Schubert in der Bearbeitung von Wolfgang Renz für Klavier oder Klaviertrio geradezu atemberaubend durch. Das Publikum erlebte einen souve­ränen Sänger, der sowohl dynamisch wie auch an­rührend und bewegend vortrug. Ohne jeden Zweifel: Christoph Prégardien ist einfach eine Klasse für sich.

Ohne heftig erklatschte Zugabe („Der Lindenbaum“) durfte und konnte solch ein feines Kammer-Konzert einfach nicht enden.

Startseite