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Studierende präsentieren neue Ausstellung am Aasee

Spitze Kunst im Wewerka-Pavillon

Münster

Im Wewerka-Pavillon am Aasee ist bis Mitte Dezember eine neue Kunstinstallation zu sehen. Sie behandelt das Thema des Aussperrens und Abwehrens in unserer Gesellschaft. Die Idee für die Installation hatten die beiden Künstlerinnen direkt vor Ort, am Pavillon.

Von Joel Hunold

Annemarie Lange (l.) und Charlotte Drews stellen ihr Kunstobjekt „Ab[wer] bis Mitte Dezember im Wewerka-Pavillon aus. Foto: Joel Hunold

Auf den ersten Blick erinnern die vier länglichen, mit spitzen Stacheln versehenen silbergrauen Platten mitten im Wewerka-Pavillon am Aasee an Nagelsperren der Polizei, mit denen Geisterfahrer aufgehalten werden. Doch das neue Kunstprojekt „Ab[wer]“, welches dort seit Dienstag bis zum 19. Dezember (Sonntag) zu sehen ist, hat wenig mit der Polizei zu tun – wohl aber mit dem Thema Aufhalten. Die gleichen Spitzen, wie sie im Pavillon stehen, befinden sich auch außen an den Pfeilern des Kunstorts. Dort sollen sie verhindern, dass jemand auf das Gebäude klettert.

Gitter, Armlehnen und absenkbare Sperren

Genau diese Form des Absperrens und Aufhaltens wollen Annemarie Lange und Charlotte Drews von der Kunstakademie Münster mit ihrer Installation thematisieren. Lange spricht mit Blick auf die originalen Absperrungen von „fragwürdigen Objekten“. Man wolle eine Debatte um ihre Funktion anstoßen. „Wen schützen sie genau? Uns Menschen, die sonst dort hinaufklettern? Die Verantwortlichen des Pavillons? Das Gebäude selbst?“, stellt sie offen in den Raum?

Dabei gibt es laut Drews mehrere Beispiele solcher fraglicher Abwehrsperren im gesamten Stadtbild. Die meisten fielen einem auf den ersten Blick überhaupt nicht auf, etwa Armlehnen in der Mitte von Sitzbänken, die verhindern sollen, dass Obdachlose dort schlafen. Oder die neuen absenkbaren Sperren am Domplatz. „Man kann das auch auf Tiere ausweiten“, sagt sie und nennt die Gitterstäbe an vielen Gebäuden, die Tauben ein Niederlassen erschweren.

Wer hat die Gitter angebracht?

Die Wahl des Kunstobjekts sei auf die spitzen Gitter am Wewerka-Pavillon gefallen, weil „wir eine sehr reduzierte, ortsbezogene Arbeit machen wollten“, so Lange. Dort sei der Kontrast zwischen dem idyllischen und transparenten Kunstort am Aasee und den „brachialen Elementen am Pavillon“ am größten. Spannend finden die beiden Kunststudentinnen zudem die nach ihren Recherchen offene Frage, wer die Spitzen überhaupt am Ausstellungs-Pavillon angebracht hat. Denn laut ihrer Aussage war es weder die Stadt noch der damalige Künstler und Architekt.

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