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Was macht eigentlich . . . Kathrin Filip ?

„Singen macht eben glücklich“

Münster

Das Theater hatte während der Corona-Zeit zwangsweise spielfrei. Deshalb sind die Kreativen aber nicht untätig, wie sie in einer Interview-Serie des Theaters verraten – heute: Kathrin Filip.

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Kathrin Filip in „Das Tagebuch der Anne Frank“ Foto: Oliver Berg

Das Theater hatte während der Corona-Zeit zwangsweise spielfrei. Deshalb sind die Kreativen aber nicht untätig, wie sie in einer Interview-Serie des Theaters verraten – heute: Kathrin Filip.

Wie sieht Ihr (Corona-)Alltag derzeit aus?

Filip: Nachdem ich zwei Wochen in häuslicher Quarantäne verbracht habe, bin ich zu meiner Mutter nach Würzburg gefahren. Das war eine wunderbare Gelegenheit, mal wieder viel Zeit miteinander zu verbringen, im Garten zu helfen und sogar mal die Küche zu streichen. Außerdem hatte ich dort die Möglichkeit viel zu Musizieren, zu singen, ohne an die Nachbarn denken zu müssen, die Geige mal wieder auszupacken und meine liebsten Klavierstücke zu lernen.

Wofür haben Sie jetzt Zeit, wozu es vorher „keine“ Zeit gab?

Filip: Ich habe endlich das Akkordeon vom Dachboden meines Elternhauses geholt und mir darauf ein bisschen was beigebracht. Und mein erstes Ziel, ein französisches Chanson spielen zu können, habe ich erreicht. Außerdem habe ich ein „Corona-Strick-Projekt“ begonnen. Mal sehen, wann das fertig wird . . .

Welche positiven/ negativen Gewohnheiten haben Sie während des Lockdown entwickelt?

Filip: Ich hatte keine großen Ambitionen, mir Gewohnheiten an- oder abzugewöhnen. Aber was mir auffällt, ist, dass seit ich so viel Zeit zuhause verbringe, es definitiv aufgeräumter bei mir ist. Vor allem im Gegensatz zu einer Endprobenwoche. Wenn ich dann die meiste Zeit im Theater bin, kann es schon mal chaotischer zugehen. Eher negativ ist, dass mein Gummibärchen- und Schokoladenkonsum gestiegen ist. Aber dafür hat man ja momentan auch mehr Zeit, Sport zu machen. Ich möchte ja, wenn es dann mal wieder los geht, noch in meine Kostüme passe.

Wie halten Sie sich als Sängerin derzeit fit?

Filip: Tägliches Üben ist natürlich sehr wichtig, auch wenn es nicht immer leicht ist, sich ohne konkrete Ziele zu motivieren. Gleichzeitig zieht man daraus aber auch viel positive Energie. Singen macht eben glücklich. Aber auch der Körper und die Kondition sind für unseren Beruf extrem wichtig. Darum mache ich regelmäßig Sport. Meistens ist das Yoga, aber auch mal ein Workout Video von Youtube in den eigenen vier Wänden, oder bei schönem Wetter inlineskaten. Seltener schaffe ich es, zu Joggen – das hat mir noch nie so richtig viel Spaß gemacht!

Welches besondere Gericht haben Sie in letzter Zeit für sich entdeckt bzw. kreiert?

Filip: Ich koche immer sehr gerne und probiere dann auch gerne neue Gerichte aus. Also habe ich da jetzt keine konkrete Antwort. Ich habe allerdings gemerkt, wie gut es für die Seele ist, sich einfach mal eine Portion Pfannenkuchen zu machen.

Möchten Sie unseren Lesern ein Buch bzw. einen Film oder eine Serie empfehlen?

Filip: Eines meiner Lieblingsbücher ist „Das größere Wunder“ von Thomas Glavinic. Aber Achtung: man bekommt latentes Fernweh beim Lesen. Zwar schon älter, aber auch wunderschön, „Der Klang der Zeit“ von Richard Powers. Oder einfach mal zwischendurch eine Kurzgeschichte von Stefan Zweig, oder… Schwierig, es gibt einfach zu viele tolle Bücher.

Was vermissen Sie am meisten?

Filip: Die Bühne und den Austausch mit dem Publikum. Wenn man diesen Beruf ergreift, hat das viel mit Leidenschaft zu tun. Und dann ist es nicht immer leicht, wenn man diese nicht ausleben darf. Außerdem auch die besondere Zusammenarbeit, die wir am Theater haben. Privat vermisse ich es, meine Freunde einfach mal wieder herzlich zu umarmen, oder hin und wieder tanzen zu gehen. Naja, so müssen wir momentan alle mit vielen Entbehrungen leben. Aber das wird auch vorbeigehen.

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