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Das siebte „Münster Vocal Festival“

Von den Dänen lernen

Münster

Lange mussten sie darben, durften nicht miteinander singen, vor allem nicht face to face proben. Jetzt stehen den Chören die Türen wieder offen. Und das große Chorfestival lockt im Spätsommer nach Münster.

Von Gerhard H. Kock

Mit Vocal Line (Bild) aus Dänemark kommt ein Top-Chor der A-cappella-Szene nach Münster. Und auch die Workshops beim „Münster Vocal Festival 2022“ sind hochkarätig besetzt: Andrea Figallo (Wise Guys), Thomas Schweins (Stimmpädagoge) und Philip Eick (Vocal Line) Foto: pd

„Man sieht in Dänemark, was a cappella leisten kann“, sagt Tilo Beckmann. Und der Mann kennt sich mit den Möglichkeiten der menschlichen Stimme aus. Der Sänger, Gründungsmitglied der 6-Zylinder, organisiert zusammen mit dem Choreografen und Tanzpädagogen Vinícius sowie Arrangeur und Chorleiter Frank Oldengott das mittlerweile siebte „Münster Vocal Festival“. Stattfinden wird es vom 22. bis zum 25. September – klingt weit weg, aber die Karten für die kostenfreien (Motto: „Pay as much as you feel“) Konzerte gibt es schon jetzt, ebenso wie die Plätze für die Workshops.

Für die „Nacht der Chöre“ am Auftakttag (22. September) gibt es keine Ticketreservierung – dafür aber eine überraschende Unterbrechung. Das Konzert startet in der Petrikirche und endet in der Überwasserkirche, dazwischen wird zum Spaziergang entlang der Aa geladen. Zu hören sein werden Chöre aus Münster und den Niederlanden. Das Galakonzert mit dem aktuellen „Münster Vocal Award“-Preisträger, dem Chor der Marienschule, sowie dem Popchor Münster und inBEATween findet in der Aula der Marienschule statt. Und beim Festivalkonzert im H1 wird dem Chor „Vocal Line“ der European Voices Award verliehen. Beckmann: „Ich kann mir keinen besseren Chor auf der Welt vorstellen.“ Schließlich kommt der aus Dänemark.

Den Grund für die weltweit führende A-cappella-Expertise der Dänen sieht Beckmann darin, dass mit der Royal Academy of Music Aarhus der Sologesang der menschlichen Stimme institutionalisiert wurde; die Position des Chorleiters sei „komplett neu gedacht“ sowie eine komplexe Zeichensprache entwickelt worden, mit der sich die Sänger während eines Konzertes untereinander verständigen können, ohne die gesprochene Sprache verwenden zu müssen. Hinzu komme, so Beckmann, dass in Dänemark lange vor Corona die Chorarbeit via Internet gepflegt wurde. „Die machen das seit 15 Jahren“, so Beckmann. Da kann der Chorleiter in London sitzen und der Chor in Aarhus. Kein Wunder, dass Studierende aus aller Welt die Kultur und Kunst des A-cappella-Singens von den Dänen lernen wollen.

Ein bisschen können sie das im Spätsommer in Münster. Themen der Workshops werden Pop-Chor, Stimme & Groove, Yoga & Stimme, Song-Interpretation, Pop-Stilistiken und Vocal Specials sein. Dafür wurden renommierte und vor allem erfahrene Experten gewonnen wie Andrea Figallo von den Wise Guys, der Solist der Royal Academy of Music Aarhus/Aalborg Philip Eick (Vocal Line) sowie der Schauspieler, Sänger, Yogalehrer und zertifizierte Stimmpädagogen nach der Lichtenberger Methode Thomas Schweins.

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