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Fotogruppe „Oculus“ im Landeshaus

Von wegen Amateure . . .

Münster

Seit mehr als einem halben Jahrhundert besteht die Fotogruppe „Oculus“. Seit dem 1. Juni 1965 finden sich erfolgreiche Amateure zusammen, geben sich kritische Rückmeldungen und organisieren Ausstellungen wie jetzt im Landeshaus. Und Dietmar Halemba ist als Gründungsmitglied immer noch dabei.

Gerhard H. Kock

Mitglieder der Fotogruppe Oculus stellen im Landeshaus aus – hier Ferdinand Jendrejewski Foto: Gerhard H. Kock

Er zeigt analoge Fotografie von der Linse bis zum Abzug. Sein Motiv ist diesmal Georgien im Jahr 2018: Fast mittelalterliches Dorfleben mit frei laufenden Schweinen, Heuwagen und Wehrtürmen steht neben der Moderne in Tiflis: hier eine avantgardistische Brückenkonstruktion, direkt daneben ein Bild von einer Steinbrücke aus dem 12. Jahrhundert. Festgehalten mit der Leica R 7 auf bestem Baryt-Papier.

Oculus geht aber auch mit der Zeit, wie nicht nur die jüngeren Mitglieder zeigen, sondern auch die Technik. Heiner Kerkau hat in Kuba 2001 die bunten Staatsfeiern fotografiert (inklusive „Máximo Líder“ Fidel Castro in der Menge). Über einen QR-Code sind dazu die Geräusche zu hören, wodurch sich beim Betrachten ein sehr authentisches Gefühl einstellt, als wäre man dabei.

An der Grenze zu Malerei und Zeichnung bewegt sich Christiane Alt-Epping. Ihr „Tulpen-Flevoland“ könnte beste Farbfeldmalerei sein, und ihre „Flamingos“ werden zu zerfließenden Linien auf nachtschwarzem Grund. Öl, Aquarell, Pastell – malerische Optik vermittelt Ferdinand Jendrejewski ebenfalls mit seinen Glasmurmeln im Glas.

Mit Dieter Blase ist eine neue „Neue Sachlichkeit“ vertreten. Seine „Orte der Arbeit im Erzbergbau“ stellen gleichsam die Abwesenheit von Dreck und Schweiß der Arbeitswelt in diesem musealen Kontext fest. Eine melancholische Sachlichkeit. Dafür hat Rolf Bertling die erdigen „Creatures“ vom Theater Titanick während der „Flurstücke 019“ festgehalten. Mit Marcel Stenpaß ist ein Junger dabei, der Inselbilder präsentiert, aber auch verschwommene Räume von innen und außen, deren Grenze ein regenbetropftes Fenster ist.

Zum Thema

Die Ausstellung ist bis zum 29. Januar im Landeshaus, Freiherr-vom-Stein-Platz, zu sehen.

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