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Jan Philipp Reemtsma liest aus „Was heißt: einen literarischen Text interpretieren?“

Was ist literarische Qualität?

Münster

Was ist das Reden über Literatur überhaupt für eine Tätigkeit? Womit hat man es zu tun, wenn man es mit literarischer Qualität zu tun bekommt? Hat das Gerede vom „Tod des Autors“ irgendeinen Sinn – und geht es bei Literatur um anderes als um Schönheit? Darauf gibt Jan Philipp Reemtsma beim Literaturverein Antworten.

wn

Jan Philipp Reemtsma Foto: Bodo Dretzke

Es darf auch einmal grundsätzlich werden, und so hat der Literaturverein einen weltläufigen Gelehrten eingeladen, dessen Arbeitsschwerpunkte die Literatur des 18. und 20. Jahrhunderts, die Zivilisationstheorie sowie die Geschichte der menschlichen Destruktivität sind. Am Dienstag (8. März) wird Jan Philipp Reemtsma um 20 Uhr im Lesesaal der Stadtbücherei aus seinem neuen Buch lesen: „Was heißt: einen literarischen Text interpretieren?“

Reemtsma (geboren 1952) ist Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg. Er ist der Gründer und war bis März 2015 geschäftsführender Vorstand des Hamburger Instituts für Sozialforschung und ist Vorstand der Arno- Schmidt-Stiftung. Reemtsma (zuletzt mit dem Schiller-Preis der Stadt Mannheim und dem Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig ausgezeichnet) hat im vorigen Jahr seine „Schriften zur Literatur“ vorgelegt. Die Titel der drei Bände stehen für das Spek­trum seiner literarischen, literaturgeschichtlichen und literaturwissenschaftlichen Interessen: „Homer, Shakespeare, Wieland und andere Zeitgenossen“, „Arno Schmidts poetische Sendung“ sowie „Literarische Endspiele von Karl Kraus bis Walter Kempowski“.

In seinem neuen Buch wirft Reemtsma Fragen auf wie: Was ist das Reden über Literatur überhaupt für eine Tätigkeit? Womit hat man es zu tun, wenn man es mit literarischer Qualität zu tun bekommt? Hat das Gerede vom „Tod des Autors“ irgendeinen Sinn – und geht es bei Literatur um anderes als um Schönheit? Reemtsma entwirft in diesem Buch eine radikale Theorie der Lesekompetenz.

In seiner Laudatio zum Lessingpreis (1997) hat Hartmut Böhme bewundert, mit welcher Souveränität sich Reemtsma in der Bibliothek von Babel bewege: „Hier herrschen Witz und Luzidität, Raffinesse und Lust. Die literaturwissenschaftlichen Arbeiten Reemtsmas sind denn auch von einer Feinheit und Eleganz, einer Freude und Leichtigkeit, die einer Aufklärung wieder erlaubt sind, die durch den Schmerz gegangen ist. Nennen wir dies die trostreiche wie erregende Weite der Literatur.“

Zum Thema

Karten gibt es im Rosta-Buchladen, Aegidiistraße 12: ✆ 4 49 26.

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