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Weihnachtskonzert des Sinfonieorchesters Münster

Winterlich, wärmend, festlich und fröhlich

Münster

Volles Haus, feines Programm, festliche Stimmung. Das Sinfonieorchester Münster stimmt Musikfans in gleich fünf Konzerten auf das Weihnachtsfest ein. Zwei Konzerte gibt es sogar am Ersten Weihnachtstag.

Festlich gestimmt: Das Sinfonieorchester Münster unter Kapellmeister Thorsten Schmid-Kapfenburg beim Weihnachtskonzert. Foto: Loy

Endlich wieder ein volles Haus, endlich wieder gemeinsam singen! Das war die weihnachtliche Freudenbotschaft am Mittwochabend im Theater Münster, wo sich rund 900 Gäste gewissermaßen zu einer musikalischen Bescherung versammelten. Das Sinfonieorchester Münster unter dem Dirigat von Kapellmeister Thorsten Schmid-Kapfenburg genoss nach den drei gemeinsam gesungenen Weihnachtsliedern zum Finale den stehenden Applaus.

Gut 90 prall gefüllte Minuten waren da schon in winterlich-weihnachtlicher Windeseile verflogen und hinterließen das Gefühl eines opulenten, aber dennoch sehr bekömmlichen Klang-Mahls. Süffig und satt setzte das Orchester mit Leroy Andersons „A Christmas Festival“ dem Abend das Sahnehäubchen auf, zumal in diesem weihnachtlichen Potpourri viele internationale Winter- und Weihnachtsmelodien von „Joy to the World“ bis „Adeste Fideles“ und „Jingle Bells“ auftauchen. Anderson konnte mit Schmackes und Augenzwinkern komponieren, wie Thorsten Schmid-Kapfenburg mit einem Verweis auf jenes Stück erläuterte, das Anderson seinerzeit für Schreibmaschine und Orchester schrieb und das durch den grimassierenden Jerry Lewis Weltruhm erlangte.

Eine echte Entdeckung war an diesem Abend Wilhelm Stenhammars „Midvinter“-Rhapsodie, die der Schwede sinnigerweise 1907 im Frühling in der Toskana komponiert hatte. Offenbar sehnte sich der Mann, wie Thorsten Schmidt-Kapfenburg schmunzelte, sehr in den dunklen, schwedischen Winter zurück. Folklore und Choral gingen in diesem Stück eine feine Mischung ein, und es passte zudem haargenau ins Konzertprogramm; denn „Mittwinter“ steht ja für die Wintersonnenwende am 21. Dezember.

Dass aus Erich Wolfgang Korngold einmal ein phänomenaler Filmkomponist werden würde, das konnte man 1908 noch nicht wissen. Aber der Elfjährige (!) lieferte damals schon ein feines Opus mit dem Titel „Der Schneemann“ ab, das eine fabelhafte Musiker-Karriere erahnen ließ. Eine Schlittenfahrt mit Frederick Delius und den obligatorischen Glöckchen sowie die „Schlittschuhläufer“ des elsässischen Walzerkönigs Emil Waldteufel rundeten den Winter-Teil des Abends ab.

Dann weihnachtete es. Otto Nicolai (1810-1849), der nur 39 Jahre alt wurde und als Gründer der Wiener Philharmoniker gilt, umspielte in seiner wohlklingenden Weihnachts­ouvertüre Luthers „Vom Himmel hoch, da komm ich her“. Improvisationen von Bryan Kelly über Weihnachtslieder umfassten auch das stimmungsvolle „Es ist ein Ros’ entsprungen“. Zwischendurch ließ Münsters glänzend gestimmtes Orchester Teile aus Tschaikowskys „Nussknacker“-Suite aufblitzen. Was will man also mehr? Nun kann Weihnachten kommen.

Weitere Weihnachtskonzerte gibt es am heutigen Freitag, 23. Dezember, 16 und 19.30 Uhr, sowie am Ersten Weihnachtstag, 25. Dezember, ebenfalls um um 16 und 19.30 Uhr.

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