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Orgelherbst in St. Joseph mit jungen Blechbläsern eröffnet

„Wir sind nicht in Bayreuth . . .“

Münster

In seiner Programmeinführung erzählt Winfried Müller (Kirchenmusiker an St. Joseph) eine Anekdote vom letztjährigen Abschlusskonzert, wonach „eine flotte Dame“ mit den Worten auf ihn zugekommen sei: „Lieber Herr Müller, ich hab mein Hörgerät extra rausgenommen, damit ich die lauten Stellen besser genießen kann.“

Michael Schardt

Beim Start in die diesjährigen Orgelherbst-Saison, der mit „Grand Choeur Dialogue“ von Eugène Gigout energisch vollzogen wurde, sah man Zuhörer zum Schutz die Hände auf die Ohren legen. Die mächtigen Klänge des vielköpfigen Ensembles „blechgewand(t)“ kamen schließlich unmittelbar aus dem nahen Seitenschiff. Nicht ohne Grund sagte Pfarrer Stefan Rau in seiner nachfolgenden Begrüßungsrede, dass man sich keineswegs in Bayreuth befinde, auch wenn es sich so anhöre.

Nach dem fulminanten Auftakt und Händels Märschen aus der Oper „Rinaldo“ wurde es wieder sanfter mit Winfried Müllers Orgelimprovisationen, Johann Sebastian Bachs „Air“ aus der 3. Orchestersuite sowie den Auszügen aus dem „Paulus“-Oratorium von Mendelssohn Bartholdy.

Seit 2013 steht der Orgelherbst unter dem Motto „Orgel plus . . . andere Instrumente“. Das habe das Publikumsinteresse, so Winfried Müller, deutlich ansteigen lassen und lasse eine andere Literaturauswahl zu.

Mit den jungen Blechbläsern, die mit je vier Posaunen und Trompeten sowie Horn, Tuba und Schlagzeug besetzt waren, kam nicht nur voller Klang, sondern auch Bewegung ins Gotteshaus. Die wechselten ständig ihren Standort und waren sogar auf der Empore des Organisten oder hinter dem Altar zwar zu hören, aber nicht immer zu sehen.

Wie gut Müller mit den jungen Musikern harmonierte, zeigte besonders die Einstudierung von Camille Saint-Saëns „Finale“ aus der c-Moll-Sinfonie, dem avantgardistischen Höhepunkt des einstündigen Konzerts.

Zum Thema

Die weiteren Konzerte des Orgelherbstes in der Josephkirche finden an den folgenden Oktobersonntagen, jeweils um 18.30 Uhr, statt: 11. Oktober mit Bernd Spehl (Klarinette) und Balthasar Guggenmos (Orgel); 18. Oktober mit Christian Becher (Euphonium) und Patrick Kampf (Orgel); 25. Oktober Rüdiger Wolbeck (Schlagwerk) und Winfried Müller (Orgel).

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