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Landschaftsverband Westfalen-Lippe präsentiert eine „Zeitmaschine“

Virtuell in die westfälische Geschichte reisen

Münster

Mit 3D-Brillen in die westfälische Geschichte reisen? Das geht. Der Landschaftsverband präsentiert in diesen Wochen sein virtuelles Projekt. Und ein Kult-Auto spielt dabei auch eine Rolle.

Dr. Vera Brieske, Geschäftsführerin der Altertumskommission für Westfalen, Thomas Tenkamp, Geschäftsführer der Kulturstiftung der Provinzialversicherung, und Landesdirektor Dr. Georg Lunemann (r.) präsentieren vor dem „DeLorean“-Sportwagen die 3D-Brillen. Foto: LWL

„Das ist ,aufsuchende Kulturarbeit’. Wir gehen dorthin, wo die meisten Menschen sind!“ Einen nicht alltäglichen Auftritt hatte der neue Landesdirektor Dr. Georg Lunemann am Montag in den Münster-Arkaden. Dort steht seit gestern der „DeLorean“-Sportwagen aus dem Kult-Kinofilm „Zurück in die Zukunft“ (1985). Die LWL-Altertumskommission für Westfalen und die LWL-Archäologie schickt damit gewissermaßen eine „Archäologische Zeitmaschine“ auf die Reise durch Westfalen. Der aufgemotzte Wagen, eine Kopie, die Josef Hesse aus Münster-Roxel für die Aktion zur Verfügung gestellt hat, bietet nur den optischen Anreiz. Die Besucherinnen und Besucher werden animiert, sich mit Spezialbrillen Kurzfilme in „Virtual Reality“-Qualität zu drei archäologischen Fundstätten in Westfalen-Lippe anzuschauen.

So geht es für jeweils drei Minuten in die Jungsteinzeit, die Römerzeit und ins Mittelalter. In Shopping-Malls in fünf Städten (Münster, Bielefeld, Bocholt, ­Siegen, Dortmund) gastiert die historisch-archäologische Film-Show für je eine Woche.

Die 3D-Filme

Der Blick durch die Brille sollte in bequemer Sitzhaltung erfolgen. Denn der Gast schwebt gewissermaßen aus dem All auf die Ausgrabungsstätten zu, und da kann einem schwindelig werden. Das städtische Publikum darf nun also den Bau des Großsteingrabs Große Sloopsteene bei Westerkappeln aus der Jungsteinzeit zwischen 3500 und 2800 v. Chr., die Ankunft des römischen Feldherren Drusus im Halterner Feldlager um 11 v. Chr. und den Angriff auf die Holsterburg bei Warburg 1294 erleben, als sei es live dabei. Im nachgebauten DeLorean-Sportwagen darf man natürlich auch probesitzen und etwas für einen guten Zweck spenden.

„Wir möchten auf sinnliche, verständliche und unterhaltsame Art zeigen, welche Schätze im Boden unter unseren Füßen liegen, und wie behutsam wir sie mit modernster Technik erforschen“, sagte Dr. Vera Brieske, Geschäftsführerin der Altertumskommission für Westfalen, die seit 125 Jahren besteht. „Wir wünschen uns die Begegnung von Publikum und Wissenschaft – direkt und spielerisch.“ Um diese Begegnung zu ermöglichen, spiele die Show in Münster und in den weiteren Städten in Shopping-Malls, wo man die Wissenschaft nicht erwarte. Eine Kampagne in den sozialen Medien begleitet die Show.

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