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Götz Alsmann hofft auf Neujahrskonzert-Nachholtermine und präsentiert eine neue Jazz-Sendung im WDR

Zwischen Auftritt, Absage und Ansage

Münster

Götz Alsmann wollte eigentlich in drei Neujahrskonzerten mit seiner Band und dem Sinfonieorchester der Stadt Münster unter der Gesamtleitung von Generalmusikdirektor Golo Berg auf der Bühne stehen. Daraus wird nun nichts. Am 3. Januar aber startet auf WDR 3 seine neue Hörfunksendung mit dem Titel „Der geheime Garten des Jazz“. Auch ein Podcast wird produziert.

Von Johannes Loy

In drei Neujahrskonzerten sollte Götz Alsmann mit seiner Band und dem Sinfonieorchester der Stadt Münster wieder auf der Bühne des Großen Hauses stehen. Doch die Konzerte wurden wegen Corona abgesagt. Am 3. Januar allerdings startet Alsmanns neue WDR-3-Radiosendung „Der geheime Garten des Jazz“ samt Podcast. Foto: Ben Knabe

Zum Jahreswechsel vor einem Jahr waren Theater und Konzertsäle dicht, Streaming-Angebote mussten herhalten. Übers Jahr hatte sich manches kulturell etwas entspannt. Münsters Theaterleute dachten, mit der 2G-Regel gut durch den Winter zu kommen. Doch nun schnellen die Omikronzahlen in die Höhe, und am Mittwoch zog der münstersche Krisenstab um Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer die Reißleine. Absage aller Großveranstaltungen im Theater Münster bis zum 13. Januar. Die drei mit insgesamt 1800 Besuchern ausverkauften Neujahrskonzerte sind gestrichen, auch das Jazzfestival am 9. Januar fällt flach und soll 2023 nachgeholt werden. Großes und Kleines Haus bleiben dicht.

Gegenüber unserer Zeitung zeigte sich Götz Alsmann über die kurzfristige Absage enttäuscht. Gleichzeitig hofft er, dass die Konzerte doch noch stattfinden werden, „und nicht erst am 1. Januar 2023“. Golo Berg hatte den Entertainer und Musiker nach der Entscheidung der Stadt direkt informiert. Gegenüber unserer Zeitung sagte der Generalmusikdirektor: „Die Entscheidung hat uns völlig überrascht, wir waren gerade mitten im Probenprozess für das Neujahrskonzert!“ Berg ergänzte, er warte noch auf eine nachvollziehbare Begründung für diesen radikalen Schritt, zumal Münster nach seinem Kenntnisstand das einzige Theater in Nordrhein-Westfalen sei, dass diesen Schritt der kompletten Theater-Schließung gehe.

Ob die Konzerte nachgeholt werden können, darüber will Berg nicht spekulieren: „Das wäre reine Kaffeesatzleserei!“ Der Probenbetrieb des Orchesters gehe jedenfalls weiter. Die Musikerinnen und Musiker bereiten sich auf das Tanztheaterprojekt „Passion“ von Hans Henning Paar vor. Der Tanzabend mit Musik der Johannespassion von Johann Sebastian Bach wurde schon mehrfach verschoben und soll endlich am 15. Januar seine Uraufführung im Großen Haus feiern. Das wäre ein Termin zwei Tage nach dem jetzt verfügten Theater-Lockdown.

Wie sehr dem münsterschen Musiker und Entertainer Götz Alsmann die drei Konzerte zum Jahresbeginn am Herzen liegen, das erzählte er jetzt in einem Interview. „Als Band haben wir uns stets voll eingebracht, und das Zusammenspiel zwischen Orchester und Band wurde immer weiter intensiviert. Das ist seit unserem ersten gemeinsamen Konzert das besondere Anliegen von Golo Berg.“

Alsmann ist seiner Vaterstadt Münster und damit auch dem Theater Münster immer treu geblieben. Der Musiker und Entertainer erklärt das so: „In meinem individuellen Fall war es eben so, dass ich schon als junger Mensch viel auf Tournee war. So hatte ich nie das Gefühl, irgendetwas zu versäumen. Vielleicht liegt auch eine gewisse Beharrlichkeit in meinem Naturell.“

Es liegt auf der Hand, dass der frühere Musikschüler, und heutige Multi-Musiker sowie promovierte Musikwissenschaftler ein vitales Interesse daran hat, dass in Münster ein Musik-Campus entsteht: „Die Musikhochschule braucht den Saal. Die Uni braucht ihn. Dem Sinfonieorchester täte eine ordentliche eigene Spielstätte auch gut. Wir haben in Münster ja nicht mal einen professionellen Raum für größeres Kabarett oder für Jazzdarbietungen jenseits kleiner Clubs.“ Alsmann verweist auf andere Orte: „Aus der Erfahrung meines Tourneelebens heraus weiß ich, was in anderen Städten möglich ist. Der Große Saal der Musikhochschule Würzburg ist der gefragteste Konzertsaal der Region.“

           

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