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DRK-Bluspendedienst feuert Mitarbeiter

Kündigung nach drei Tagen

Münster

Sie durfte drei Tage arbeiten - dann kam die Kündigung. Wieder macht der DRK-Blutspendedienst negativ auf sich aufmerksam.

Dirk Anger

Der münsterische Sitz des DRK-Blutspendedienstes in der Aaseestadt. Foto: Oliver Werner

Das hatten sich die vier neuen Mitarbeiter des DRK-Blutspendedienstes West in Münster doch ganz anders vorgestellt. Denn an ihrer Arbeit gab es selbst in den Augen der Vorgesetzten anscheinend nichts zu mäkeln. Trotzdem erhielt das Mitarbeiter-Quartett die Kündigung – noch in der Probezeit. Eine Beschäftigte durfte gerade mal für drei Tage arbeiten, ehe sie wieder rausflog. Ein Vorgang, den Heinz Kapschak, stellvertretender Pressesprecher des Blutspendedienstes West, auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte.

Inzwischen geistert ein anonymes Schreiben durch die 1200-köpfige Mitarbeiterschaft der gemeinnützigen Gesellschaft und tut diese Vorgänge sehr zur Verärgerung der Geschäftsführung kund. Letztere hatte in der Zeit zwischen den Einstellungsgesprächen und dem Dienstbeginn der vier neuen Mitarbeiter laut Kapschak entschieden, einen Teil der Aufbereitung von Spenderblut nicht in Münster, sondern in Hagen vornehmen zu lassen – mit entsprechenden Folgen für die gerade erst eingestellten vier neuen Mitarbeiter. „Die Entscheidung ist für die Beteiligten sehr bedauerlich“, räumt Kapschak ein.

Zugleich wirbt er um Verständnis für den Kurs des Blutspendedienstes West des Deutschen Roten Kreuzes: Schließlich habe dieser in den vergangenen beiden Jahren Millionen-Verluste gemacht, sei zu Umorganisationen deshalb geradezu gezwungen. Bei der Umstellung der Arbeiten handele es sich um eine unternehmerische Entscheidung.

In der jüngeren Vergangenheit hat der Blutspendedienst West, der um Blutspenden in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland wirbt, immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. Mehrfach traf sich das Unternehmen mit dem eigenen Betriebsrat vor Gericht. Allein im Jahr 2013 sind auf diese Weise Anwalts- und Gerichtskosten in Höhe von 880 000 Euro entstanden, wie Kapschak bestätigt.

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