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Auktion an der Kunstakademie

Kunst für jeden Geschmack

Münster

An der Kunstakademie kamen am Wochenende Kunstwerke unter den Hammer. Der Erlös kommt der Hochschule zugute. Bei der Auktion kam eine Menge Geld zusammen.

Benjamin Scholz

Der Geschäftsführer des Auktionshauses „Christie‘s Deutschland“, Arno Verkade (l.), führte durch die Auktion. Hier stehen zwei künstlerisch aufbereitete Jeans-Hosen zum Verkauf. Foto: bsc

„Wir haben hier heute den Duft der großen weiten Welt gerochen“, schloss Dr. Andreas Freisfeld, Vorsitzender des Vereins „Freunde der Kunstakademie Münster“, die Auktion zugunsten der Kunstakademie Münster. Münster ist zwar nicht New York, und so wurde am Freitagabend auch kein da-Vinci-Gemälde für 450 Millionen Dollar verkauft. Doch die „Freunde der Kunstakademie“ waren auch ohne Leonardo-Ikone sichtlich zufrieden mit dem Verlauf des Abends.

32 Bilder wechselten bei der Auktion den Eigentümer – für die stattliche Summe von 64 950 Euro. In den vorangegangenen eineinhalb Stunden hatten Professoren wie aktuelle und ehemalige Meisterschüler der Akademie diverse, vorab von einer Jury ausgewählte Kunstwerke zum Verkauf angeboten. Die Einnahmen gehen je zur Hälfte an die Künstler und in die Projektförderung der Akademie.

„Dieses Ergebnis hätte ich nicht für möglich gehalten“, schwärmte ein sichtlich euphorischer Andreas Freisfeld nach Auktionsschluss. „Wir erleben, dass die Akademie im Inneren boomt.“ Oft würden die Mittel für die Projektförderung jedoch nicht ausreichen.

Die Akquise von hierfür bestimmten Geldern und die Unterstützung der überwiegend jungen Künstler stand deshalb im Zentrum der Auktion. „Wir wollen die Absolventen der Akademie bekannt machen“, sagte Andreas Freisfeld. Schließlich gehe es für sie darum, auch außerhalb der Akademie Fuß zu fassen.

Die Vielfalt der künstlerischen Aktivitäten an der Hochschule spiegelte sich auch in den angebotenen Werken wider. Von abstrakter Malerei mit digitalen Hilfsmitteln über fotografische Bilder bis hin zu klassischen Zeichnungen und Skulpturen – Kunstliebhaber jeglicher Couleur kamen auf ihren Geschmack. Bei einigen Bildern entwickelte sich ein regelrechter Bieterkampf – stets gepusht vom galant durch die Versteigerung führenden Auktionator Arno Verkade, Geschäftsführer des Auktionshauses „Christie’s“ in Deutschland. „Ich bin bloß der Bote“, beschwichtigte er die Bieter mit einem Augenzwinkern, wenn ihr vorheriges Gebot gerade wieder wertlos geworden war.

Dabei fand das wohl skurrilste Werk fast keinen Abnehmer. Der „Foliendruck auf zwei Jeans“, mit dem sich die beiden Künstlerinnen auf ihrer eigenen Hose porträtierten, hatte noch immer keinen Interessenten, als sich der Hammer senkte. Doch dann kam im letzten Augenblick noch ein Gebot herein. Um es mit Verkade zu sagen: „Just in time.“

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