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Offene Ateliers an der Fresnostraße

Künstler geben Einblick in Werkräume

Münster

Einblick in den Ort, wo Kunst entsteht: Das Atelier- und Ausstellungshaus des Fördervereins Aktuelle Kunst öffnet drei Tage lang ihre Tore. Zu entdecken sind unter anderem Kichererbsen und ein Scheibenwischmotor.

Von Annegret Lingemann

Martina Muck zeigt im Atelier- und Ausstellungshaus des Fördervereins Aktuelle Kunst zarte Wolken-Aquarelle. Foto: -ann-

Wer „Lust auf Kunst“ hat, ist an diesem Wochenende an der Fresnostra­ße 8 bestens aufgehoben. Dort öffnet die Belegschaft des Atelier- und Ausstellungshauses des Fördervereins Aktuelle Kunst FAK (unter Corona-Bedingungen) ihre Tore und bietet drei Tage lang Einblick in die Werkräume. Ein breites Spektrum unterschiedlichster künstlerischer Schaffensweisen bildet sich dort ab.

Da sind beispielsweise lichtblaue Aquarelle von Wolken- und Himmelsbildern (Martina Muck). Sorgfältig gearbeitete kleine Tonfiguren und Holzkonstruktionen (Olaf Thomas) lassen eine ironische Brechung erkennen: Schwarze (Corona-)Masken baumeln wie Fledermäuse an einen kleinen Balken. Kraftvolle Kohle-, Kreide- und Rötelzeichnungen variieren ein Thema, vielleicht Segel, Hörner oder Gebäude (Anke Stellermann). Matthias Anders schafft aus Papiercollagen den Eindruck von Bewegung und Statik zugleich, während Markus Dassmann im Keller mit Klanginstallationen beeindruckt. Marius Reinermann ist mit einer besonderen Wippe dem „Flow“ auf der Spur, einem als beglückend erlebtem Bewusstseinszustand, bei dem man sich konzentriert und zugleich restlos in dieser Tätigkeit aufgeht.

Neuer Auftritt für Alltagsgegenstände

Das dabei durch Kichererbsen erzeugte „Meererauschen“ möchten alle Benutzer der Wippe möglichst lange hören. Monika Niessing schafft mit Tempera-Farben altmeisterlich anmutende Gemälde; und im Atelier bei Gertrud Neuhaus bekommen Alltagsgegenstände einen ganz neuen Auftritt. Eine Art Hexenküche hat Willi Kramer im zweiten Stock des Hauses eingerichtet: Ein alter Scheibenwischmotor setzt mit Rhythmus, Melodie und fantasievollen Verbindungen eine Nebelmaschine in Gang, die stoßweise Wolken nach draußen schickt- eine Reminiszenz an das letzte stattgefundene Offene Atelier.

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