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Studierende präsentieren Ideen zur Corrensstraße

Labor direkt auf der Fahrbahn

Münster

Bis Samstag geschieht an der Corrensstraße Ungewöhnliches. Ein Projektteam aus Wissenschaft und Verwaltung präsentiert seine Ideen für das Quartier. Doch das soll erst der Anfang sein.

Von Björn Meyer

FH-Vizepräsident Carsten Schröder und Projektleiterin Professor Dr. Teitscheid stützen Bernadette Spinnen (Leiterin Münster-Marketing) auf der Slackline, die nur eines von vielen Beispielen war, wie sich öffentlicher Raum an der Corrensstraße anders nutzen lässt, als mit asphaltierten Fahrbahnen. Foto: Björn Meyer

Den ersten großen Auftritt hatten die kleinen Pavillons, die derzeit auf der Corrensstraße aufgebaut sind, am Mittwochabend um kurz nach 18 Uhr. FH-Vizepräsident Carsten Schröder stand gerade auf der kleinen Bühne, als starker Regen einsetzte – und das Correns-Lab den Umstehenden eine Zuflucht bot. Übertragen könnte man sagen, dass es genau darum geht, denn rund um das Quartier soll mehr entstehen, als nur Gebäude für Lehre und Forschung. Jedenfalls nach dem Willen einer Projektgruppe, bestehend aus FH Münster, Westfälischer Wilhelms-Universität und Münster Marketing. Begegnungsorte und Freiräume, aber auch Wohnflächen sollen in das Quartier nicht nur gebracht werden – sondern es zukünftig auch prägen wie es in einer gemeinsamen Ankündigung der Projektpartner heißt.

Ideen dazu gibt es seit Mittwoch bis einschließlich Samstag an oder – genauer gesagt – auf der Corrensstraße zu erleben. Denn auf zwei der Fahrbahnen präsentieren Studierende ihre im Sommersemester entwickelten Ideen, wie der Bereich zukünftig möglichst viel Lebensqualität bieten könnte.

Projektleiterin Professor Dr. Petra Teitscheid (FH) machte in einer einführenden Rede deutlich, dass es an der Corrensstraße aber um mehr geht, als nur um das aktuelle Quartier. „Wir wollen uns einmischen, für eine nachhaltige, lebenswerte Stadt.“ Am Beispiel der Corrensstraße lasse sich erkennen, wie Stadtplanung sich verändere. Die „viel zu große Straße für so wenig Verkehr“ sei ein Relikt aus den 70er-Jahren, als man die autogerechte Stadt umgesetzt habe. Ein halbes Jahrhundert später wollen viele Menschen nun den asphaltierten Raum zurück. „Das ist der Zahn und das Thema der Zeit“, befand Teitscheid und attestierte den beteiligten Studierenden, von Anfang bis Ende „mitgezogen“ zu haben.

Anders als bei den aktuellen Verkehrsversuchen der Stadt, wo es um konkrete Veränderungen der Verkehrsnutzung gehe, wolle man beim Correns-Lab noch einen Schritt weiterdenken, wie Flächen umgewandelt werden könnten.

Bernadette Spinnen, Leiterin von Münster-Marketing, griff diesen Gedanken auf. Weil die Wissenschaft beim Correns-Lab ihr Wissen einbringe, bekomme man hier noch „einen Tacken mehr“ als bei den übrigen Verkehrsversuchen in der Stadt. Bernadette Spinnen outete sich in ihrer Rede als „Fan von Partizipation“. Praxis, so die Marketing-Expertin, liefere ihren eigenen Erkenntnisgewinn.

Eingeladen ist derweil bis Samstag jeder, sich mit eigenen Ideen zu beteiligen.

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