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Stephan Bauer im Kreativhaus

Lacher zu Ehe, Mops und Nikolaus

Münster

Kabarettist Stephan Bauer sorgte im Kreativhaus für viele Lacher. Doch manchmal wurde es auch bitterernst an diesem eigentlich vergnüglichen Abend.

Von Maria Conlan

Stephan Bauer präsentierte im Kreativhaus sein Programm „Ehepaare kommen in den Himmel – in der Hölle waren sie schon“. Foto: Conlan

Zwei Stunden lang Wortwitz und Gags, das bot Stephan Bauer am Samstagabend im Kreativhaus. Vor ausverkauftem Saal präsentierte er seine Münsterpremiere „Ehepaare kommen in den Himmel – in der Hölle waren sie schon“. Er brauchte nur einen Barhocker auf der leeren Bühne, keinerlei Requisiten. Die Zuhörer fesselte er mit seinen Alltagserzählungen vom Eheleben, Vorstadtfrust und Coronakrise. Immer wieder löste er Lacher bei seinem Publikum aus, doch es gab auch Momente, wo das Lachen gefror, weil sich ein tiefernstes Thema und eine Kernaussage aus aller Witzelei herauskristallisierte.

Manches Mal überdrehte der Kabarettist die Vorurteile und Klischees. Da gesellten sich zum Beispiel die Salzstreuerin und die Muskelkatze zum gendergerechten Sprachmodus. Ab und an stellte er direkt Fragen ans Publikum nach Lust und Frust im Eheleben, doch das war niemals unangenehm oder gar bloßstellend. Den Hauptteil des unterhaltsamen Abends bildete sein Monolog über Alltagswahnsinn und Geschichten, die oft vertraut vorkamen.

Bio-Oktoberfest und Kräuterschnaps

Seine Altersangaben von 51 Jahren abwärts liefen wie ein roter Lachfaden durchs Programm. Manchmal kamen seine Witze im Sekundentakt, da war es nicht so einfach mit dem Lachen hinterherzukommen.

Bauer erzählte vom alkoholfreien Bio-Oktoberfest in der Nachbarschaft, der mit dem Ausruf „O-saft is’“ begann. Den Nikolausauftritt im Viertel bewältigte er nur mit einer Flasche Kräuterschnaps. Er resümierte über hysterische Zeiten und Gelassenheit, und warf seinen komisch-kritischen Blick auf viele Ungereimtheiten des Alltags. Den Duzwahn führte er ad absurdum. Den Kabeljau lässt er sich über die Verkaufstheke zuwerfen, damit er ihn als „selbst gefangen“ beschreiben kann. Von ganz banalen Dingen kam er zu Problemgeschichten wie Pornowahn und Folgen der Coronazeit, immer mit Humor gespickt und doch tiefsinnig. Deutsche Eigenheiten beleuchtete er auf seine witzige Art von GEZ-Gebühren bis Pfandrückgabe. Als Zugabe erzählte er vom neuen Familienmitglied: dem Mopshund seiner Frau, der ihm die Show stehle.

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