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Dauerleihgaben von Verkauf bedroht

Landesmuseum bangt um Kunst

Münster

Das Landesmuseum für Kunst und Kultur bangt um vier Kunstwerke. Da es sich um Dauerleihgaben der in Abwicklung befindlichen WestLB handelt, sind sie von einem Verkauf durch ihren Rechtsnachfolger, die Portigon AG, bedroht. Ein Verkauf wäre ein herber Verlust, warnt Museumsdirektor Arnhold.

Martin Kalitschke

Eine Skulptur von Henry Moore befindet sich als Dauerleihgaben der WestLB im Landesmuseum. Wie die Chillida-Skulptur auch ist sie von einer Veräußerung bedroht. Foto: Landesmuseum

Nicht nur die Chillida-Bänke im Rathausinnenhof sind von einem Verkauf bedroht. Auch in den Beständen des Landesmuseums für Kunst und Kultur befinden sich Leihgaben der WestLB, die im Rahmen ihrer derzeit laufenden Abwicklung aus dem Museum heraus unter den Hammer kommen könnten – darunter eine Skulptur von Henry Moore und zwei Gemälde aus dem 15. Jahrhundert.

Sämtliche Kunstwerke gehören inzwischen der Portigon AG. Deren Sprecher betonte in der vergangenen Woche gegenüber unserer Zeitung, dass der gesamte Besitz des landeseigenen Tochterunternehmens im Rahmen der WestLB-Abwicklung veräußert werden soll. „Der Verkauf der Kunstwerke wäre ein herber Verlust für das LWL-Museum“, so Dr. Hermann Arnhold, Leiter des Museums.

„Working Model“ heißt die Skulptur von Henry Moore, die dem Landesmuseum als Dauerleihgabe überlassen wurde. Um 1450 entstanden die Gemälde „Geburt Johannes der Täufer“ und „Der Täufer vor dem Thron Herodes“ von Giovanni di Paolo. Zudem hatte die WestLB dem Museum ein Gemälde von Fritz Winter als Dauerleihgabe überlassen.

NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans hatte gegenüber unserer Zeitung betont, dass es „Jahrzehnte“ dauern werde, bis die WestLB vollständig vom Markt verschwunden ist und ihr Kunstbesitz andere Eigentümer findet. Schutz und Förderung der Kultur sollten bei diesem Prozess „nicht unter die Räder geraten“.

Wie der CDU-Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Thomas Sternberg am Donnerstag berichtete, waren die beiden Gemälde von Giovanni di Paolo vom Westfälischen Kunstverein an die WestLB veräußert worden, als sich der Verein in einer finanziellen Notlage befand. Danach seien sie als Dauerleihgaben in Münster verblieben. Mit der Abwicklung der WestLB sei ihre Zukunft in Münster mehr als ungewiss. „Sie werden verschwinden“, befürchtet Sternberg.

Unterdessen scheint es im Zuständigkeitsbereich der Stadtverwaltung keine weiteren WestLB-Dauerleihgaben zu geben. Dies haben Recherchen ergeben, so ein Sprecher der Stadt. Ob sich noch anderswo in Münster vom Verkauf bedrohter ehemaliger WestLB-Besitz befindet, ist unklar. Es gebe zwar eine Bestandsliste, doch die werde vom Land „unter Verschluss gehalten“, kritisiert Sternberg.

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