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Caritas bietet Online-Hilfe

Hilfe für suizidgefährdete junge Menschen

Münster

Kaum zu glauben, aber wahr: Im vergangenen Jahr war Selbsttötung die häufigste Todesursache in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen. Wie kann man das ändern? Die Caritas Münster versucht es mit dem Projekt „U25“. Was dahinter steckt, erscheint ebenso simpel wie einleuchtend.

Mövenpick-Direktor Bernhard B. Zündel und Susanne Vogeley zeigen das Plakat des neuen Angebotes. Caritas-Vorstand Sebastian Koppers, Abteilungsleiter Dr. Ralf Kaisen und MövenpickSales Representative Jannik Purschke (hintere Reihe von rechts nach links) freuen sich über die Unterstützung für suizidgefährdete junge Menschen. Foto: Caritas

„Ich kann nicht mehr. Ich nehme mir das Leben.“ Diese Gedanken sind gar nicht so selten – junge Menschen sind besonders suizidgefährdet: Im vergangenen Jahr war Selbsttötung die häufigste Todesursache in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen.

Die Caritas Münster bietet deshalb gefährdeten jungen Menschen ab sofort in dem Projekt „U25“ Online-Hilfe an und will dem Suizid vorbeugen. Das Besondere: Die Beraterinnen und Berater sind Gleichaltrige, sogenannte Peers. „Diese werden rund ein halbes Jahr ausgebildet“, berichtet Diplom-Psychologin Susanne Vogeley, die das Projekt bei der Caritas leitet.

Mövenpick spendet 7500 Euro

Ein Angebot, das laut Mitteilung der Caritas das Mövenpick-Hotel überzeugt hat: 7500 Euro hat das Unternehmen für „U25“ gespendet. Dessen Direktor Bernhard B. Zündel verrät: „Während der Lockdowns habe ich mit großer Sorge beobachtet, wie pandemie- beziehungsweise kurzarbeitbedingt die Auszubildenden immer mehr vereinsamten. Für mich stand sofort fest, dieses Projekt zu unterstützen und den sowieso zurücksteckenden jungen Menschen eine Unterstützung zu gewähren.“

Caritas-Vorstand Sebastian Koppers erklärt: „Wir freuen und bedanken uns für die großzügige Unterstützung, die für den Start auf diesem neuen Weg besonders wichtig ist. Peer bedeutet ebenbürtig oder gleichgestellt. Das heißt, die Berater und Beraterinnen kommen aus der Lebenswelt derjenigen, die in einer Krise stecken. An anderen Caritas-Standorten hat sich dieses Konzept bereits bewährt.“

Online besser als stationäre Beratungsstellen

Menschen zwischen 15 und 25 Jahren gehen laut Caritas kaum zu Beratungsstellen, wenn es um Depressionen oder Suizidgedanken geht. Einer der Gründe, warum die Caritas „U25“ ins Leben gerufen hat. „Junge Leute können online rund um die Uhr Kontakt aufnehmen. Sie bleiben dabei anonym, was ihnen Schutz und Sicherheit gibt“, erläutert Susanne Vogeley. Ihr ist bewusst, dass dies verantwortungsvoll ist: „Wir suchen die Peers sehr sorgfältig aus. Die Beratenden werden nicht alleingelassen. Sie lernen in der Ausbildung theoretische Grundlagen und praktische Handlungsmöglichkeiten. Auch später werden sie von Hauptamtlichen eng begleitet.“ Die meisten Jugendlichen mit Suizidgedanken möchten einer als unerträglich und ausweglos empfundenen Situation entkommen. In der Regel kündigen sie Suizidversuche vorher an. Diese nicht zu überhören, sei enorm wichtig.

Susanne Vogeley

Eingebunden ist „U25“ in die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der Caritas Münster. „Wir bieten dort schon seit Jahren eine allgemeine Online-Beratung an. Mit der Peer-Beratung gehen wir einen neuen Weg, eine wichtige Ergänzung“, sagt Caritas-Abteilungsleiter Dr. Ralf Kaisen. Ausbildungsbeginn der zwölf bis 13 Peers ist am Samstag (29. Januar). Kontakt und Hilfe:

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