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Strategie

Stadt Münster will Tourismus neu aufstellen

Münster

Lebensgefühl statt Sightseeing: Der Tourismus ändert sich – und die Stadt will sich den veränderten Ansprüchen anpassen. Einen Zwischenstand über die neue Tourismus-Strategie gab jetzt die Chefin von Münster-Marketing.

Von Martin Kalitschke

Tourismus für das postmaterielle Milieu: Nach Einschätzung der Stadt geht es Touristen immer öfter darum, ein Lebensgefühl zu inhalieren statt Sehenswürdigkeiten abzuklappern.

MünsterPrinzipalmarkt, Rathaus und Töttchen – das ist alter Tourismus. Grüne Tagungen, Fotosafaris mit Influencern und ein Abstecher zur B-Side – das ist neuer Tourismus. So könnte man die Strategie der Stadt zusammenfassen, die die Chefin von Münster-Marketing, Bernadette Spinnen, in dieser Woche im Marketing-Ausschuss vorstellte.

Die Zeiten, in denen man Prinzipalmarkt und Kiepenkerl beworben hat, seien „vorbei“, so Spinnen. Nicht, weil das die Tourismus-Experten der Stadt so wollen – sondern weil sich die Stadt weiterentwickelt habe und Touristen heute andere Ansprüche hätten.

Kunst und Kultur suchen und nachhaltig leben

Als Hauptzielgruppe für den Tourismus der Zukunft nennt sie das „postmaterielle Milieu“: Menschen, die nicht nur konsumieren wollen, sondern verantwortungsvoll mit dem Reisen umgehen, Menschen, die Kunst und Kultur suchen und zugleich nachhaltig leben, „die auch gerne in einen Unverpackt-Laden gehen“, so Spinnen.

Diese Einschätzungen basieren auf den Erkenntnissen eines Workshops, an dem Vertreter von Münsterland e.V. bis zur ISI, von der B-Side bis zu Bloggerinnen teilgenommen haben – und der weitergehen soll, weshalb ihr Bericht im Ausschuss nur ein Zwischenstand war.

Das Reisen habe sich angesichts der Corona-Krise verändert, so Spinnen. Geschäftsreisen seien eingebrochen, ebenso die Zahl internationaler Gäste. Nach der Pandemie suchten Reisende die Balance zwischen Stadt und Natur, es gehe nicht mehr nur um Sightseeing, sondern darum, das Lebensgefühl am Zielort zu genießen.

Stadt will „Geist und Seele nähren“

Die Stadt werde daher ihr touristisches Profil schärfen – in den Bereichen Kunst im öffentlichen Raum, begehbare Wissenschaft, aktive Stadt, pulsierendes Nachtleben, urbane Natur, Stadt/Land. Es gehe darum, so Spinnen „Geist und Seele zu nähren“ und durch einen nachhaltigen Tourismus einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten.

Um dies umzusetzen, soll nun eine „Task Force“ gegründet werden, die passgenaue Produkte für die verschiedenen „Faszinationsfelder“ entwickelt.

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