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Eklat im Ausschuss

Lewe und Sagel schreien sich an

Münster

Zu einer lautstarken Auseinandersetzung kam es am Mittwochabend im Hauptausschuss. Oberbürgermeister Lewe und Linken-Ratsherr Sagel gerieten beim Thema Kasernenentwicklung aneinander.

Klaus Baumeister

Bei der Diskussion über die Zukunft der Kasernen gerieten Lewe und Linken-Ratsherr Sagel aneinander. Foto: kbö

Es kommt selten vor, dass es in einer Ausschusssitzung im Rathaus richtig laut wird. Am Mittwochabend war es in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses so weit: Oberbürgermeister Markus Lewe und der Linke Rüdiger Sagel schrien sich gegenseitig an.

Sagel hatte der Stadtverwaltung vorgeworfen, bei der Entwicklung der seit 2012 beziehungsweise 2013 leer geräumten Kasernen in Gremmendorf und Gievenbeck untätig zu sein. „Das dümpelt vor sich hin.“

Erbost hielt Lewe dem Linken daraufhin vor, „post-faktisch“ zu argumentieren. Die beiden Kasernen dienten nämlich aktuell als Unterkunft für Flüchtlinge.

Sagel verwahrte sich daraufhin lautstark gegen den Vorwurf, die städtische Wohnungspolitik und das Flüchtlingsproblem gegeneinander ausspielen zu wollen.

Disput auch zwischen FDP-Ratsherrin und Grünen-Politiker

Weitaus leiser, zugleich aber auch deutlich substanzieller war der Disput, den sich die Liberale Carola Möllemann-Appelhoff und der Grüne Gerhard Joksch lieferten.

Möllemann-Appelhoff regte an, in die geplante Projektgesellschaft für die Kasernen auch private Unternehmen aufzunehmen und die Aufgabe nicht allein dem städtischen Unternehmen Wohn- und Stadtbau auf die Schultern zu legen. „Die Wohn- und Stadtbau hat es aus Kapazitätsgründen abgelehnt, das Gelände der Wartburgschule zu entwickeln“. Da sei die Entwicklung von zwei komplett neuen Stadtquartieren schlicht eine Nummer zu groß.

Joksch konnte dieser Argumentation nicht folgen. Er bestätigte zwar, dass sich das Investitionsvolumen der beiden Wohngebiete auf eine Summe oberhalb von „500 Millionen Euro“ zu bewege. Bei der jetzt zu gründenden Gesellschaft indes gehe es allein um die Entwicklung und Steuerung des Projektes.

Wenn diese Arbeit in den Händen der Stadt liege, spare man Steuern. Einzelne Baufelder könne selbstredend auch von privaten Unternehmen bebaut werden.

Gerhard Joksch, Die Grünen

So ganz „nebenbei“ verriet Joksch auch den Grund, warum sich auf den Kasernenarealen bislang keine Kräne drehen. „Die Kaufpreisvorstellungen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (als Verkäuferin) und der Stadt liegen einfach noch zu weit auseinander.“

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