Reaktionen zur Bauverzögerung der Mathilde-Anneke-Schule

Lewe: „Versäumnisse werden Konsequenzen haben“

Münster

Nach Bekanntwerden der neuerlichen Verzögerung beim Bau der Mathilde-Anneke-Schule, zeigten sich Ratspolitiker beunruhigt und verärgert. Die Grünen fordern Konsequenzen in der Verwaltung, die CDU sieht den Baudezernenten in besonderer Verantwortung.

Von Karin Völker

Baustelle der Mathilde-Anneke-Schule Foto: Oliver Werner

Die Spitze der Grünen-Ratsfraktion versammelte sich am Donnerstagmittag zum Ortstermin am Rande der Kummer-Baustelle der Mathilde-Anneke-Schule. „Erschreckende Missstände“ hätten sich bei der Bauplanung und -Realisierung durch den internen Prüfbericht der Verwaltung aufgetan, sagte Fraktionssprecherin Sylvia Rietenberg.

Die Grünen fordern in der Bauverwaltung nun „strukturelle Konsequenzen“, wie Rietenbergs Kollege Christoph Kattentidt hinzufügte. Den Grünen ist sehr wohl bewusst, dass im Amt für Immobilienmanagement viele Stellen für Bauingenieure offen und wegen des Fachkräftemangels, speziell in der Baubranche, schwer zu besetzen sind. „Die Verwaltung muss alle Ressourcen für dieses Projekt mobilisieren“, fordern die Grünen.

Christoph Kattentidt, Grüne

Für sie steht der Bedarf der Mathilde-Anneke-Schule, nun schnellstmöglich in ihr Schulhaus einziehen zu können und bis dahin gute Raumalternativen für die pädagogische Arbeit mit den bis jetzt 678 Schülerinnen und Schülern zu bieten, im Vordergrund. „Dafür erwarten wir von der Verwaltung schnellstmöglich ein Konzept“, so Kattentidt.

Darüber hinaus sei es essenziell, dass die Schule auch für das übernächste Schuljahr wieder sechs Eingangsklassen aufnehme, denn 280 Kinder, die zuletzt an den Gesamtschulen angemeldet waren, mussten abgewiesen werden. Die Grünen fordern eine deutliche Priorisierung der Schulbauprojekte innerhalb der Verwaltung.

Grüne fordern Priorisierung für Schulbauprojekte

Unterdessen zeigt sich auch die CDU-Ratsfraktion von der neuerlichen Verzögerung beim Bau der Mathilde-Anneke-Gesamtschule, ebenso wie am Schulzen­trum Kinderhaus und am Pascal-Gymnasium, beunruhigt, wie es in einer Pressemitteilung heißt. „In Münster fehlen Gesamtschulplätze an allen Ecken und Enden, da können wir Verzögerungen gerade beim Bau der zweiten städtischen Einrichtung dieser Schulform überhaupt nicht gebrauchen“, so Ratsherr Meik Bruns. Der zuständige Dezernent Matthias Peck stehe hier in besonderer Verantwortung.

In diesen Tenor stimmt nun auch Oberbürgermeister Markus Lewe ein. „Diese Versäumnisse werden Konsequenzen haben“, so Lewe in einer Pressemitteilung. Versäumnisse sieht er auch im „unzureichenden Informationsfluss zwischen dem zuständigen Dezernat und anderen Teilen der Stadtverwaltung“.

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