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100. Geburtstag von Schwester Euthymia

Lichtermeer leuchtet der Seligen

Münster

Verehrt und geliebt über das Bistum hinaus wird Schwester Maria Euthymia. Selbst im afrikanischen Ruanda wirkt das Euthymia-Carmel-Convent für Menschen in Not. Am 8. April 1914 geboren, jährt sich in diesem Jahr der 100. Geburtstag der beeindruckenden Ordensfrau, die von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde. Zu ihrem Geburtstag laden die Clemensschwestern zu einem Festvortrag am 1. April und zum Pontifikalamt am 8. April ein.

Maria Meik

Ein Lichtermeer leuchtet in der Grabkapelle von Schwester Maria Euthymia auf dem Zentralfriedhof. Hier beten alle Konfessionen. Am 7. Oktober 2001 wurde die Ordensfrau von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Foto: Matthias Ahlke

Ihr Herz glühte für Gott. Im innigen Gebet schöpfte sie unendliche Kraft. Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Güte – Schwester Maria Euthymia tat und tut Menschen gut. Zur Lebzeit und nach ihrem Tod. „Treu im Kleinen, stark im Glauben, groß in der Liebe“ charakterisieren diese Clemensschwester, die als Selige verehrt wird und die Münster himmlischen Glanz beschert. Gleich nach ihrem Tod setzte die ungebrochene Welle der Verehrung ein. Wer ihre Grabkapelle auf dem Zentralfriedhof besucht, ist überwältigt vom Kerzenmeer, von den Blumen und den Dankestafeln.

Vor 100 Jahren – am 8. April 1914 – wurde Emma Üffing im münsterländischen Halverde geboren. Selbst gesundheitlich geschwächt, hat sie als Krankenschwester aufopfernd Menschen gepflegt. In Dinslaken betreute sie während des Zweiten Weltkrieges verwundete Kriegsgefangene. Sie haben die Clemens­schwester „Engel der Liebe“ genannt. Euthymia starb am 9. September 1955 in der Raphaelsklinik, wo sie die Krankenhauswäscherei leitete. An ihrem offenen Sarg soll sich ein Wunder ereignet haben. Eine Mitschwester, die sich starke Verbrennungen und Quetschungen an der Hand an einer Bügelmaschine zugezogen hatte, flehte die Verstorbene um Hilfe an. Nur kurze Zeit später, soll die Hand vollständig geheilt worden sein.

Täglich bitten Menschen um ihre Fürsprache. Menschen, die in Not sind, die Krankheiten, Ängste und Sorgen erdrücken. Menschen, die auf ihre Hilfe vertrauen – und göttliche Hilfe erfahren. Immer wieder gibt es plötzliche Genesungen, oder Kummer löst sich auf. Davon zeugen unzählige Dankesschreiben, die das Mutterhaus der Clemens­schwestern täglich erreichen.

„Es ist bemerkenswert, wie viel Kraft sie durch das Gebet erhalten hat“, sagt Schwester Elisabethis Lenfers, die für alles zuständig ist, was Euthymia betrifft. „Sie ist in unserer Klostergemeinschaft präsent. Schon morgens beim Gebet am Frühstückstisch.“ Briefe und Mails erreichen Schwester Elisabethis, die mit Mitschwestern und Ehrenamtlichen das Euthymia-Zentrum an der Loerstraße betreut. Ein Ort der Stille gegenüber der Stubengasse, an dem auch in einem Rundgang eindrucksvoll die Lebensstationen der Ordensfrau aufgezeigt werden. Hier wird gebetet, hier werden Kerzen aufgestellt und für erfahrene Hilfe gedankt.

„Durch die Menschen, die ihre Nöte schildern, bin ich an Euthymia herangeführt worden. Unsere älteren Mitschwestern, die sie erlebt haben, sprechen heute noch von ihrer absoluten Hilfsbereitschaft, von ihrer gelebten Glaubenstiefe“, so Schwester Elisabethis.

Als Euthymia nach ihrem Tod am Mutterhaus aufgebahrt wurde, bildeten sich Menschenschlangen, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Ein Patient der Raphaelsklinik soll gesagt haben: „Da ist eine Heilige gestorben.“

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