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Hannelore Kraft Ehrengast beim Kramermahl

Lieber Kohl als Häppchen

Münster

Das Kramermahl hat begonnen: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist Ehrengast der Kaufmannschaft zu Münster. Im Interview mit unserer Zeitung spricht sie über Münster und den besonderen Abend.

wn

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft wird von Oberbürgermeister Markus Lewe (l.) und Matthias Lückertz, dem Vorsitzenden des Vereins der Kaufmannschaft zu Münster von 1835, empfangen. Foto: Matthias Ahlke

Grünkohl mit Mettwurst, Stippmilch mit Pumpernickel: 350 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kirche und Gesellschaft treffen sich zum traditionsreichen Kramermahl im Festsaal des Rathauses. Als Ehrengast nimmt NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft teil, die auf Fragen unseres Redaktionsmitgliedes Ralf Repöhler antwortet.

Frau Kraft, Sie sind Ehrengast des diesjährigen Kramermahls. Wissen Sie, was Sie in Münster erwartet?

Hannelore Kraft: Ich bin mir der Ehre, beim Kramermahl zu sprechen, durchaus bewusst. Schließlich wurde der Verein der Kaufmannschaft Münster, der das Kramermahl veranstaltet, bereits 1835 gegründet. Das ist eine sehr stolze Tradition, die es in Nordrhein-Westfalen selten gibt.

Frauen sind bei dieser traditionsreichen Festveranstaltung deutlich in der Unterzahl, stört Sie das?

Kraft: Ich habe mir die Liste der Ehrengäste, die beim Kramermahl gesprochen haben, angeschaut und festgestellt, dass ich nach Bundeskanzlerin Angela Merkel erst die zweite Frau bin, die beim Kramermahl redet. Und mir wurde gesagt, dass es bei der Zahl der weiblichen Gäste durchaus noch Luft nach oben gibt. Aber ich bin guter Dinge, dass sich das in den nächsten Jahren verbessern wird.

Kennen Sie Pumpernickel?

Kraft: Selbstverständlich, auch wenn ich dieses spezielle Schwarzbrot aus Roggen wegen meiner Glutenunverträglichkeit nicht essen darf.

Mögen Sie Grünkohl mit Mettwurst oder bevorzugen Sie eher eine andere, vielleicht vegane Variante?

Kraft: Ich mag deftige Hausmannskost sehr gerne, natürlich auch Grünkohl mit Mettwurst. Deftiges ist mir lieber als Häppchen und Fingerfood.

Was verbinden Sie mit Münster?

Kraft: Was mich an Münster besonders fasziniert, ist die Verbindung von Tradition und Moderne. Das ist wirklich attraktiv. Die ehrwürdige und zugleich lebendige Tradition des Kramermahls, das in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert, passt zur Wirtschaftsstruktur vor Ort – die auch deshalb so stark ist, weil sie auf dem Boden gewachsener Traditionen steht, aber zugleich offen ist für Innovation und Modernität. Bei aller Dynamik haben sich auch die Bürgerinnen und Bürger in Münster eine gesunde Bodenständigkeit bewahrt.

Als Sie vor wenigen Wochen in Münster mit dem Ehrentitel Dr. humoris causa ausgezeichnet wurden, begrüßten Sie die Karnevalsgesellschaft Unwiesität auf Masematte. Welche Wörter können Sie in Münsters Geheimsprache „labern“?

Kraft: Ik heg hamel jontef, dat ik mit so jovlen seegers un kalinen fez heg (Ich freue mich sehr, dass ich mit so netten Herren und Damen Spaß habe). Aber ich bekenne offen, dass ich das ablesen musste. Diese eigene Sprache ist gar nicht so leicht.

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