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„Aufhören mit dem Kindergarten“

Linke lehnen auch veränderte Sitzordnung im Rat ab

Münster

Ja, es gab in der Ratssitzung am Mittwochabend regelrecht einen erlösenden Applaus, als die Grünen-Fraktionschefin Helga Bennink an die Adresse der Linken appellierte: „Wir sollten mit diesem Kindergarten aufhören.“

Klaus Baumeister

Rüdiger Sagel (Linke) möchte in Münsters Rat ganz außen sitzen. Foto: Linke

Dieser Kindergarten, das war der neuerliche Sitzplatzstreik der Linken. Nach dem Eklat in der konstituierenden Ratssitzung hatte Oberbürgermeister Markus Lewe einen neuerlichen Vorschlag unterbreitet, wo die vier Fraktionsmitglieder der Linken sitzen können – im Falle des Fraktionschefs Rüdiger Sagel sogar mit direktem Sichtkontakt zum Tisch des Oberbürgermeisters, der Ratssitzungen leitet.

Aber auch dieser Vorschlag wurde von Sagel abgelehnt – unter Hinweis darauf, dass es im deutschen Parlamentarismus andere Gepflogenheiten gebe. Konkret möchte Sagel, dass er – aus dem Blickwinkel des Oberbürgermeisters – ganz links sitzt, links von SPD und Grünen. Die Grünen lehnen dies aber ab, weil sie dann vom OB-Tisch weiter weg rücken würden. Sagels Vorwurf: „Die Grünen mauern.“

Bennink erwiderte, dass die Grünen im Rat dort säßen, wo sie nach der von der Stadtverwaltung erarbeiteten Sitzordnung ihren Platz haben. Eine strenge Beachtung der von Sagel angemahnten Prinzipien habe zur Folge, „dass auch an andere Stelle über eine andere Sitzordnung nachgedacht werden müsste.“

Bennink spielte auf den Umstand an, dass die zwei Ratsmitglieder der AfD im Rat links von der CDU sitzen, obwohl sie im Parteienspektrum eher rechts von der CDU verortet sind.

Ironie der Geschichte: Die beiden AfD-Ratsmitglieder blieben während der Sitzplatz-Debatte ganz ruhig, obwohl sie eindeutig die Verlierer der veränderten (und erneut von den Linken abgelehnten) Sitzordnung im Rat sind. Ihr Tisch wurde nämlich weiter an den Rand gedrückt, damit die Linken mehr in der Mitte sitzen können – wo sie aber gar nicht sitzen wollen.

Da auch in dieser Ratssitzung kein Einvernehmen verzielt wurde, blieben die Linke-Ratsmitglieder fernab ihrer Plätze stehen – im Rücken der SPD.

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