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Glosse: Keine Sitzplatz-Protestaktion im Beirat für Stadtgestaltung

Linke und AfD als brave Nachbarn

Münster

Der Rat der Stadt Münster war in den ersten beiden Sitzungen nach der Kommunalwahl in erster Linie mit Formalitäten beschäftigt – und mit sich selbst, genauer gesagt: mit seiner Sitzordnung.

Klaus Baumeister

Der Rat der Stadt Münster. Foto: Oliver Werner

Die Linken möchten nicht dort sitzen, wo sie sitzen sollen. Und nachdem sie gleich in zwei Ratssitzungen gestanden haben, wollen sie sich in der nächsten Ratssitzung am 10. September auch nur unter Protest dorthin setzen, wo laut Sitzplan ihre Plätze sind.

Nun gab es bereits vor der Sommerpause eine Menge Münsteraner, die die Sitzplatzdebatte nicht ganz ernst genommen haben und sie eher als eine Provokation des Fraktionsvorsitzenden Rüdiger Sagel betrachteten, der gerne mal etwas lauter wird.

Jetzt ist die Sommerpause vorbei, die Arbeit beginnt – und auch Rüdiger Sagel hat offenbar keine Lust mehr an symbolträchtigen Protestaktionen mit dem Ziel, die Linken auch sitzplatz-technisch ganz links erscheinen zu lassen. Auf jeden Fall tauchte Rüdiger Sagel am Dienstagabend (leicht verspätet) im Beirat für Stadtgestaltung auf – einem Gremium, das neu für den Linken ist. Sagel warf kurz einen Blick in den Sitzungssaal und stellte fest, dass sich der letzte freie Platz neben Richard Mol von der AfD befand. Also neben jenem Ratsherrn, der – gemessen an der politischen Farbenlehren – ganz weit weg von Sagel sitzen müsste.

Aber sieh mal einer an: Sagel setzte sich artig neben Mol.  Klaus Baumeister

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