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WN-Wissensimpulse

Lizenz zur Selbsterfindung

Münster

Es ist erstaunlich, wie viele Begründungen uns einfallen, warum wir etwas, was wir wollten, nicht gemacht haben. Gerriet Danz, Experte für Kommunikation und Kreativität, stieß eine ganze Reihe von „Glaubensgrundsätzen“ vom Sockel.

Von Hubertus Kost

Neues mutig ausprobieren: Dazu forderte Gerriet Danz das Publikum bei den WN-Wissensimpulsen auf. Sogar eine Lizenz vergibt der Kommunikationsexperte dafür. Foto: Hubertus Kost

„Malen Sie ein Bild von Ihrem Sitznachbarn“,r forderte Gerriet Danz sein Publikum auf. Die erste Reaktion: „Ich kann doch gar nicht malen.“ Natürlich war in der auf wenige Minuten begrenzten Zeit kein Gemälde gefragt, sondern ganz spontane Kreativität. Es kam auch nicht auf das Ergebnis des Malens an, sondern auf die Erkenntnis: „Ich traue mir das jetzt einfach zu.“

Damit stieß der Experte für Kommunikation und Kreativität in der WN-Vortragsreihe „Wissensimpulse“ am Montagabend im Cloud-Forum auf dem Germania-Campus „Glaubensgrundsätze“ um. Zum Beispiel: „Ich bin nicht kreativ.“

In der Kindheit war fast jeder kreativ

Gerriet Danz fragte: „Haben Sie als Kind gespielt, gemalt, gesungen?“ Na klar, die Frage konnten alle mit „Ja“ beantworten. Deshalb war die Einschätzung des Experten auch klar: „Also sind Sie kreativ.“

„Erfinde dich neu, sonst tut´s ja keiner“ war das Thema des ebenso informativen wie unterhaltsamen Vortrags. Und warum sollte man das tun? Gerriet Danz nannte als Beispiele den technologischen Wandel, der bereits zu einem enormen Wandel in der Arbeitswelt geführt habe und auch künftig führen werde.

So löse sich die „Berufsmonogamie“ komplett auf. Der einmal erlernte Beruf verändere sich ständig, heute geborene Kinder würden im Lauf ihres Lebens in mehr als zehn unterschiedlichen Berufen arbeiten. „Wir müssen uns permanent neu erfinden,“ sagte der Experte und forderte dazu auf, „Glaubensgrundsätze“ umzudrehen, um das Leben neu zu gestalten.

Mut zur Umsetzung

Danz nannte einige Beispiele: „Du bist zu alt“, wenn es darum geht, sich beruflich zu verändern. „Nein“, denn auch mit 40 könne man eine Ausbildung machen und auch noch später den Beruf wechseln und das machen, was man eigentlich machen wollte, aber nicht machen konnte, weil die Eltern das nicht wollten.

„Alt“ müsse übrigens nichts mit dem Lebensalter zu tun haben. Ähnliches gilt für die andere Richtung: „Du bist zu jung.“ Auch wieder „Nein“, denn gerade in jungen Jahren entstünden viele Ideen. Natürlich gehöre Mut dazu, diese auch umzusetzen.

Weiteres Beispiel: „Das kannst du nicht.“ Auch wieder „Nein“, denn Weiterbildung – ob im beruflichen oder im akademischen Bereich – eröffne Möglichkeiten und Chancen, sich neu zu erfinden.

Prioritäten setzen – den Traum „simulieren“

Und dann gibt es noch das Argument, für Veränderungen keine Zeit zu haben. Noch mal „Nein“, denn: „Finden Sie Prioritäten, um etwas zu machen, dann haben Sie auch die Zeit dafür.“

Der Rat des Experten: „Simulieren Sie Ihren Traum!“ Klingt kompliziert, kann aber ganz einfach sein. Gerriet Danz vergab dafür sogar ein Zertifikat: „Die Lizenz, sich selbst neu zu erfinden und Neues mutig auszuprobieren.“ Anders formuliert: Einfach machen.

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