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Raubkatzen

Neue Löwen für den Allwetterzoo

Münster

Die letzte Geburt von Löwenbabys im Allwetterzoo Münster liegt fast 16 Jahre zurück. In den vergangenen Tagen sind ein junger Löwe und zwei Löwinnen aus anderen Zoos eingetroffen, die eine genetische Basis für künftige Zuchterfolge legen.

Von Karin Höller

Aus Dänemark ist der junge Löwe „Sulla“ nach Münster gekommen. Er soll künftig das neue Löwenrudel im Allwetterzoo anführen. Foto: Oliver Werner

Die letzte Geburt von Löwenbabys im Allwetterzoo Münster im Jahr 2007 liegt lange zurück. Jetzt legt der Zoo mit dem Aufbau eines neuen Löwenrudels die Grundlage für eine Wiederholung solch zoologischer Erfolge.

In dieser Woche sind zwei gut eineinhalb Jahre alte Löwinnen, „Juna“ und „Jasira“, aus dem Zoo Leipzig eingetroffen, die sich am Freitag noch etwas schüchtern in ihrem neuen Gehege bewegen und Schutz suchen. Durch ein Gitter können sie den jungen Löwen „Sulla“ erschnuppern, der bereits vor zwei Wochen aus dem dänischen Zoo Givskud nach Münster gekommen ist.

Löwen sind noch sehr jung

„Theoretisch haben wir mit den Tieren eine genetische Basis, die uns das Züchten erlaubt“, freut sich Kurator Marcel Alaze. Da alle Tiere noch sehr jung sind, gebe es keine Eile. „Wichtiger ist, dass sich die Tiere in den kommenden Wochen und Monaten anein­ander gewöhnen.“

Das gilt im Übrigen auch gegenüber Besuchern. Um die Tiere durch fremde Menschen dicht hinter der Scheibe nicht zu überfordern, sind die Glasscheiben mit Farbmustern bemalt, die schrittweise für einen ungehinderten Blick auf das neue Löwenrudel entfernt werden sollen.

Ein gutmütiger Löwenkater

Kurator Alaze hofft, dass sich die Löwen im Januar oder Februar so sehr aneinander gewöhnt haben, dass die Metallgitter zwischen ihren Gehegen geöffnet werden können und das Rudel zusammengeführt wird. Je­denfalls wirkt der zweieinhalbjährige „Sulla“ schon jetzt ruhig und entspannt.

„Es scheint sich um einen eher gutmütigen Kater zu handeln“, so die Einschätzung von Tierpfleger Alexander Dietrich. Bei dem Löwenkater, der sich auf der Schwelle von der Pubertät ins Erwachsenenalter befindet, baut sich gerade die markante Prachtmähne auf. „Wir freuen uns, nach fünf Jahren wieder einen männlichen Löwen zu haben“, gibt Alaze unumwunden zu.

Löwin „Zeta“ (24), laut Zoo eine der ältesten Löwinnen in Europa, habe in diesem Jahr eingeschläfert werden müssen. Ihre 2007 in Münster geborene Tochter habe sich inzwischen gut in ihrem neuen Domizil in Skopje in Nordmazedonien eingelebt.

Warten auf Zuchtprogramm-Empfehlung

In die Zucht will der Zoo aber erst dann einsteigen, wenn die entsprechende Empfehlung des Koordinators des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms komme – und das könne noch ein, zwei Jahre dauern. Damit die jungen Löwinnen in der Zwischenzeit nicht trächtig werden, sei mit Hormone abgebenden Implantatchips vorgesorgt worden, erklärt Alaze.

Nach Einschätzung der IUCN ist der weltweite Löwenbestand von 1993 bis 2014 um 43 Prozent zurückgegangen. In zwölf afrikanischen Ländern gilt die Großkatze wegen der Lebensraumzerstörung und der direkten Verfolgung insbesondere durch Viehhalter als ausgestorben.

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