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Evangelische Lukas-Kirchengemeinde

Doch kein Kirchenzentrum im Oxford-Quartier

Münster-Gievenbeck

Die Pläne waren fertig, das Grundstück auf dem Oxford-Areal im Besitz der evangelischen Lukas-Kirchengemeinde, doch die Bagger rollen nicht an zum Bau des längst geplanten Kirchenzentrum. Das Presbyterium zog jetzt die Notbremse.

Das Kirchenzentrum der evangelischen Lukas-Kirchengemeinde war fertig geplant (Modell kleines Bild), das Grundstück auf dem Oxford-Gelände gehört der Gemeinde – und doch wird das Zentrum nicht gebaut. Foto: Pjer Biederstädt

Die evangelische Lukas-Kirchengemeinde in Gievenbeck hat beschlossen, ihr lange geplantes Kirchenzentrum auf dem Oxford-Quartier doch nicht zu bauen. Wegen exorbitant steigender Baupreise und höherer Zinsen habe das Presbyterium den Bau, für den im Oktober 2021 bereits der symbolische Spatenstich erfolgt war, in einer Sondersitzung gemeinsam mit Superintendent Holger Erdmann einstimmig per Notbremse gestoppt, wie Dr. Veit Baecker, stellvertretender Vorsitzender des Presbyteriums, am Dienstag mitteilte.

Innerhalb der letzten sieben Jahre hätten sich die Projektkosten von 6,5 Millionen Euro auf zuletzt 14 Millionen Euro erhöht, sagte Pfarrer Dr. Kolja Koeniger. „Das konnten wir einfach nicht stemmen.“ Das Dilemma: Die Gemeinde war vertraglich an die Planung gebunden und durfte zeitgleich ein Maximalbudget nicht überschreiten. Auch nach Abstrichen bei der Bauausführung hätten die Kosten drei Millionen Euro über Budget gelegen. Die Summe, die die Gemeinde für die bisherige Planung des Projektes ausgegeben hat, sei „erheblich“, könne aber noch nicht genau beziffert werden, so Baecker. Kirchensteuermittel seien dafür jedoch nicht aufgewendet worden, ergänzte Koeniger.

Große Enttäuschung

Auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück, das die Gemeinde im Jahr 2020 gekauft hatte, soll aber eine Alternative entstehen. In welcher Form, sei offen.

Die Gemeinde wurde am Sonntag informiert. Die Enttäuschung über die „bittere und schwere Entscheidung“ sei groß, da an das Zentrum Wünsche und Hoffnungen geknüpft gewesen seien.

Die Entscheidung ist der zweite heftige Schlag gegen die geplante öffentliche Infrastruktur im Vorzeigequartier. Vor Kurzem hatte die Stadt bekanntgegeben, dass die Grundschule entgegen der Planung doch nicht gebaut wird.

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