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Kommentar zum Missbrauchsfall Münster

Mahnung für mehr Wachsamkeit in der Gesellschaft

Münster

Lügde, Bergisch Gladbach und jetzt Münster: Diese drei Orte stehen für schwere sexuelle Missbrauchsfälle – und erinnern vor allem an deren Opfer. Ein Kommentar zum Prozessbeginn in Münster.

Dirk Anger

Die Angeklagten, darunter der 27-Jährige Hauptangeklagte (vorne M.) stehen in einem Gerichtssaal des Landgerichts. Mit dem Prozess gegen den 27-Jährigen Hauptangeklagten, seine Mutter, sowie drei Männer aus Hannover, Staufenberg in Hessen und Schorfheide in Brandenburg startet der große Prozess im Missbrauchsfall Münster. Foto: Rolf Vennenbernd

Lügde, Bergisch Gladbach und jetzt Münster – am Ende dieser aufgedeckten Missbrauchskomplexe fällt es jedes Mal unweigerlich der Justiz zu, das für den normalen Menschenverstand Unfassbare nach rechtsstaatlichen Mitteln bestrafen zu müssen. Dabei lässt sich das unendliche Leid, das Adrian V. und seine mitangeklagten Peiniger nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft über die Kinder gebracht haben, mit der Strafe nicht lindern, mag sie auch noch so hoch und verdient sein.

Es könnte harte Strafen geben

Angesichts des Ausmaßes der Taten und des offenbar schonungslosen, x-fach wiederholten Vorgehens der Angeklagten könnte es harte Strafen geben. Unbeantwortet bleibt dann aber immer noch eine Frage: Wie sollen sich die jungen Opfer von heute fühlen, wenn sie erwachsen sind und wissen, dass die Männer, die ihnen die Kindheit geraubt haben wieder auf freiem Fuß sind?

Lügde, Bergisch Gladbach und Münster – diese Ortsnamen dürfen nicht allein an große Prozesse und Urteile, sondern sollen an die Opfer erinnern. Und eine Mahnung für mehr Wachsamkeit in der Gesellschaft sein: Denn wenn die Gerichte ihre schwere Aufgabe erledigen müssen, ist es leider für die betroffenen Kinder immer zu spät.

  • Missbrauchsfall Münster: Prozess gegen den Hauptbeschuldigten Adrian V. eröffnet
  • Reue ist am ersten Prozesstag kaum auszumachen
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