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Gericht berät über Sicherungsverfahren

Mann wird immer wieder gewalttätig

Münster

Der psychisch kranke Münsteraner ist wiederholt durch aggressives, gewalttätiges Verhalten auffällig geworden. Jetzt verhandelt das Landgericht, ob er in einer forensischen Klinik zwangsuntergebracht werden soll.

Von Klaus Möllers

Foto: dpa

Um in seine ehemalige Wohnung an der Ewaldistraße zu gelangen, hat ein 42-Jähriger im Januar offenbar Gewalt angewendet und damit eine Nachbarin und ihren Freund in große Angst versetzt: Der Mann nahm – so lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft – das Ende eines Staubsaugerrohres und schlug damit gegen „seine“ Wohnungstür.

Dann schlug er gegen die Tür der Frau. Sie und ihr Freund sollen „um ihr Leben gefürchtet“ haben. Vorgeworfen werden dem gebürtigen Münsteraner Nötigung und Sachbeschädigung. An den Türen entstand ein Schaden von rund 3000 Euro.

Angeklagter ist nicht das erste Mal aufgefallen

Die Polizei verhaftete den 42-Jährigen. Es stellte sich heraus, dass er nicht das erste Mal wegen gewalttätigen Verhaltens aufgefallen war: Im Jahr 2004 hatte er einen Mieter in einem anderen Haus aus Wut zu Fall gebracht und ihm gegen den Kopf getreten. Weil er in akutem Zustand einer paranoiden Schizophrenie gehandelt hatte, wurde er per Gerichtsbeschluss in die Forensik eingewiesen.

Auch beim Vorfall im Januar soll die Erkrankung eine erhebliche Rolle gespielt haben, schilderte am Freitag eine psychiatrische Gutachterin am Landgericht. Dort wird in einem Sicherungsverfahren entschieden, ob der Beschuldigte erneut in einer geschlossenen Klinik untergebracht wird.

Häufiger wahnhaft und aggressiv geworden

Die Ärztin legte dar, dass der Mann „seit über 20 Jahren“ an einer „schizophrenen Psychose“ leide und zwischenzeitlich seine Medikamente abgesetzt und eine ambulante forensische Nachsorge beendet habe.

Im Zuge dessen sei er, wie schon häufiger, wahnhaft und aggressiv geworden. Eine Behandlung mit Medikamenten lehnt der 42-Jährige derzeit aber ab. Er erklärte: „Das lasse ich nicht mehr mit mir machen. Ich gehöre ins Gefängnis.“

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