Münster-Barometer

Mäßige Zufriedenheit: Fahrradstraßen polarisieren

Münster

Die Münsteraner wünschen sich bessere Bedingungen für den Radverkehr, wünschen sich sehr die geplanten Velorouten. Aber das absolute Halteverbote an Fahrradstraßen finden viele doch übertrieben.

Karin Völker

Foto: Colourbox.de (Symbolbild)

Seinen Titel als Fahrradhauptstadt Deutschlands hat Münster zuletzt beim ADFC-Klimatest verloren. Und so richtig begeistert sind die Münsteraner von ihren Radwegen nicht. Nur 5,7 Prozent sind „sehr zufrieden“ damit. Weil aber unter dem Strich rund drei Viertel nicht unzufrieden sind, bekommen Münsters Radwege im Durchschnitt noch die Schulnote 2,9.

Mitreden können hier sehr viele Münsteraner, denn der Anteil der Münsteraner, für die das Rad Hauptverkehrsmittel ist, liegt mit 62,5 Prozent so hoch wie nie seit Erhebung der Münster-Barometer-Umfragen im Jahr 1993.

Wenig zufrieden mit Abstellmöglichkeiten

Weniger zufrieden sind die Münsteraner mit den Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in der Stadt. Hier gibt es nur die Schulnote 3,22, ein gutes Drittel der Münsteraner ist hier unzufrieden.

Höhere Investitionen in Radwege befürworten insgesamt 83 Prozent der Befragten, 37,6 Prozent wünschen sich dies dringend.

Fast genauso viele wünschen sich auch die Ausweisung und den Ausbau von Radschnellwegen von der Promenade in die Stadtteile und die umliegenden Gemeinden – im Wahlkampf ist unter den Ratsparteien die verzögerte Realisierung der Velorouten immer wieder ein Thema.

Härter umstritten in Münster waren zuletzt die roten Fahrradstraßen, gegen deren Umsetzung Anwohner teilweise intervenierten und nun ein Moratorium erreicht haben. Grundsätzlich genießen die Fahrradstraßen als Mittel, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu fördern, hohe Zustimmung: Insgesamt rund 70 Prozent sehen dies im Grundsatz so. Fast 30 Prozent stimmen hier sogar uneingeschränkt zu. Dass das Thema Fahrradstraßen polarisiert, zeigt sich aber auch an der relativ hohen Quote von 11,3 Prozent der Befragten, die hier absolut widersprechen.

Der Streit um die Fahrradstraßen hatte sich vor allem durch die Verhängung eines absoluten Halteverbotes für Autos entzündet. Und diese Regelung stößt auch bei der Gesamtheit der Stadtbevölkerung auf starke Ablehnung. Über drei Viertel der Münsteraner finden, dass die absoluten Halteverbote über das Ziel hinausschießen. Das sagt auch ein überwiegender Teil der Münsteraner, die meistens mit dem Fahrrad unterwegs sind. Je älter die Befragten, desto übertriebener finden sie die Regelung. CDU- und SPD-Wähler lehnen sie gleichermaßen scharf ab. Am ehesten können sich mit der Maßnahmen noch Wähler der Grünen anfreunden.

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