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Erneut Wirbel um Bahnhof-Hochhaus

Mieter mussten wieder ausziehen

Münster

In das Hochhaus am Bahnhof sind offenbar Mieter eingezogen, obwohl die Stadt das Gebäude noch gar nicht freigegeben hat. Sie mussten daraufhin wieder ihre Wohnungen verlassen.

Martin Kalitschke

Das Bahnhof-Hochhaus sorgt erneut für Wirbel.
Das Bahnhof-Hochhaus sorgt erneut für Wirbel. Foto: Oliver Werner

In das Hochhaus am Hauptbahnhof sind offenbar mehrere Mieter eingezogen, obwohl sie noch gar nicht einziehen durften. Die Stadt hat das Gebäude nämlich bislang noch nicht abgenommen. Die Bewohner mussten daraufhin kurzerhand in Hotels umquartiert werden. Zurückkehren dürfen sie erst, wenn das Bauordnungsamt seinen Segen gegeben hat.

"Vor etwa zwei Wochen brannte plötzlich auf der Innenstadtseite in acht bis neun Wohnungen Licht"

Richard Halberstadt von der Immobilien- und Standort-Gemeinschaft (ISG) Bahnhofsviertel kann von seiner Wohnung aus auf das 45-Meter-Gebäude schauen. „Vor etwa zwei Wochen brannte plötzlich auf der Innenstadtseite in acht bis neun Wohnungen Licht“, berichtet Halberstadt. „Ich hatte mich da schon gewundert, dass bereits Mieter eingezogen sind – schließlich wird ja noch gebaut.“ Seit ein paar Tagen sei es hingegen wieder im gesamten Gebäude dunkel, berichtet er. Weil es offenbar inzwischen wieder freigezogen wurde.

Umgehend mit dem Investor Kontakt aufgenommen

Verwundert reagiert auch die Stadt. Sie erfuhr erst auf WDR-Anfrage davon, dass bereits Menschen im Hochhaus gewohnt haben sollen, berichtet Stadt-Sprecher Joachim Schiek. Ein Mitarbeiter des Bauordnungsamtes habe daraufhin umgehend mit dem Investor Kontakt aufgenommen. Dessen Antwort laut Schiek: Es sei keine Wohnung bewohnt. Was zu diesem Zeitpunkt tatsächlich stimmte – die Bewohner waren da nämlich schon umquartiert worden.

Mieter dürfen erst nach endgültiger Abnahme durch die Stadt einziehen

Wie Schiek betont, dürfen erst nach der endgültigen Abnahme durch die Stadt Mieter einziehen. Diese sei bislang nicht erfolgt. Ein Zeitpunkt stehe noch nicht fest. Mit dem Einzug von „Burger King“ im Erdgeschoss habe hingegen alles seine Ordnung, versichert er.

Den Mietern, die wieder ausziehen mussten, soll die Verwaltungsgesellschaft zugesichert haben, dass sie die Hotelkosten übernimmt, zudem wolle sie für November keine Miete verlangen.

Das sagt Investor Kresing

„Für mich wohnt da keiner“, so Investor Rainer Kresing auf Nachfrage unserer Zeitung. Aus seiner Sicht gebe es „keinen Mietvertrag“. Er verwies auf Mit-Investor Andreas Deilmann – doch der war bis Montagabend nicht erreichbar.

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