1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Bistum Münster zieht nach Missbrauchsstudie erste Bilanz

  6. >

Reaktionen und Maßnahmen

Bistum Münster zieht nach Missbrauchsstudie erste Bilanz

Münster

Nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie im Bistum Münster hatten Betroffene die Möglichkeit, telefonisch weitere Fälle zu melden. Nun zog das Bistum eine erste Bilanz.

Von Stefan Werding

Dieses Team der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster um Studienleiter Thomas Großbölting (2. von links) hat in einer wissenschaftlichen Studie Fälle des sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster untersucht und die Ergebnisse am am 13. Juni veröffentlicht. Foto: Oliver Werner

37 Anrufer haben die Telefonhotline genutzt, die das Bistum Münster nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie eingerichtet hat. Das hat das Bistum am Montag berichtet. In einem Fall habe die Interventionsstelle um den Interventionsbeauftragten Peter Frings die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Dabei habe die anrufende Person allerdings keine Person namentlich beschuldigt, sondern lediglich einen Ort genannt. Alle anderen Anrufer hätten bekannte Sachverhalte berichtet. Anderen sei eine Kontaktaufnahme durch das Bistum wichtig gewesen. Ein Team der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster hatte in einer wissenschaftlichen Studie Fälle des sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster untersucht und die Ergebnisse am am 13. Juni veröffentlicht.

Meldungen gehen an die Staatsanwaltschaft

Zusätzlich zur Hotline hatte das Bistum ein anonymes Meldeportal im Internet eingerichtet. Darüber seien elf Meldungen eingegangen, die die Interventionsstelle alle an die Staatsanwaltschaft Münster weitergeleitet habe. Sechs Meldungen seien konkreten Personen zugeordnet worden. Bei den anderen seien Ort und Beschuldigte „nur schwer auswertbar“. Das Bistum warte hier die Rückmeldung der Staatsanwaltschaft ab.

Fachleute hätten die Kontakte von 24 Anrufern an die Interventionsstelle des Bistums Münster weitergeleitet. „Deren Mitarbeitende nahmen mit allen Anrufenden, die korrekte Daten hinterlassen hatten, Kontakt auf“, meldet die Pressestelle. Anrufende, die in anderen Bistümern leben, hätten sie mit den dort zuständigen Stellen verknüpft. 13 anonyme Anrufer hätten weder auf konkrete Taten noch Beschuldigte hingewiesen. „Vielmehr handelte es sich um Unmutsäußerungen und teilweise Beschimpfungen“, meldete die Bischöfliche Pressestelle.

Anonymes Meldeportal weiter erreichbar

Nach wie vor meldeten sich immer wieder Menschen, die von ihrem Missbrauch teilweise erstmals sprechen wollen. Die Interventionsstelle oder eine der drei unabhängigen Ansprechpersonen bei Fällen sexuellen Missbrauchs würden sie begleiten.

Das anonyme Meldeportal ist erreichbar unter www.anonym-missbrauch-melden.de.

Startseite
ANZEIGE