1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Mit der Musik Menschen verstehen

  6. >

WN-Wissensimpulse

Mit der Musik Menschen verstehen

Münster

Der Kommunikationsexperte Sören Flimm haute bei den WN-Wissensimpulsen nicht nur in die Tasten, er erklärte auch mittels Musik, wie sich Menschen besser verstehen lassen.

Menschen verstehen und mit Hilfe der Musik: Sören Flimm vermittelte die Botschaft durch Vortrag, Gesang und Klavierbegleitung. Foto: Hubertus Kost

„Nur wer gut klingt, versetzt andere in Schwingung“, sagt Sören Flimm. Dafür muss man kein Instrument spielen oder singen können. Es ist aber durchaus hilfreich, sich ein bisschen mit Musik zu beschäftigen, um Menschen zu verstehen und zu gewinnen. Der Experte für Kommunikation und Begeisterung vermittelte diese Botschaft am Montagabend in der WN-Vortragsreihe „Wissensimpulse“ im Cloud-Forum auf dem Germania-Campus auf ganz besondere Art: Seinen Vortrag kombinierte er mit Gesangseinlagen und begleitete sich dabei am Klavier. Flimm begeisterte auch als Musiker und bewies eindrucksvoll, dass Musik Emotionen erzeugt.

Die eingebaute Schallplatte

„Jeder von uns hat seine Plattensammlung“, sagt der Kommunikationsexperte – und er meint damit natürlich nicht die Schallplatten, die früher mal im Schrank standen – „können Sie sich noch erinnern?“ –, sondern die innere Jukebox (ein Gerät zum Abspielen von Schallplatten) und damit die Musikrichtung, die man am liebsten hört, aber längst nicht mehr auf dem Plattenspieler. Wer im Beruf oder im persönlichen Umfeld Menschen gewinnen wolle, der müsse die Platte auflegen, die dem Gegenüber gefalle. Hört sich einfach an, setze aber ein bisschen Kenntnis der Musikszene voraus, in der die Menschen sich bewegen, die gewonnen werden sollen. Flimm unterscheidet den Klassik-Typ – ernst und bedächtig, aber gern auch schon mal emotional –, den Oldie-Typ – beständig, mag keine Veränderungen –, den Rock-Typ – lebt nach dem Motto „It´s my life“ –, den Schlager-Typ – sorgt für gute Stimmung, braucht viel Anerkennung – und den Electro-Typ – experimentierfreudig, Zukunftspionier.

Eigeneinschätzung ist der Anfang

Diese „Musik-Typisierung“ treffe nicht auf jeden Menschen zu 100 Prozent zu, aber meistens überwiege eine Musikrichtung. Das komme natürlich nicht nur im Musikhören zum Ausdruck, sondern im alltäglichen Leben. Und wie lasse sich der Musik-Typ erkennen? Die Antwort des Experten: „Zunächst erkennen, welcher Musik-Typ ich selbst bin.“ Nächster Schritt sei dann das Fremdverständnis. Zuhören, Hinhören (als höhere Form des Zuhörens) und Fragen stellen. Dabei die Frage „Wie geht es Dir oder Ihnen?“ vermeiden. Warum? Sören Flimm sagt dazu: „Wie oft ist diese Frage wohl ernst gemeint?“ Die Antwort muss er nicht geben.

Andere Frage: „Wohin fährst Du gern in Urlaub? Antwort: „Seit 30 Jahren nach Frankreich an den Atlantik.“ Ganz klar, Oldie-Typ. Muss nicht sein, trifft aber meistens zu. Der weitere Schritt sei es dann, die „richtige Platte“ aufzulegen. Was braucht noch mal der Schlager-Typ? Anerkennung.

Bei solchen Gesprächen sei es ganz wichtig, Wertschätzung zu vermitteln und nicht zu bewerten, betont Flimm. Das erzeuge Empathie „und das ist die Kernkompetenz, die wir brauchen, um andere zu verstehen, zu gewinnen und zu begeistern.“

Nächster Termin: Dr. Monika Hein zum Thema „Lautstark kann auch leise sein – Wie Sie Ihre Persönlichkeit zum Klingen bringen“, 17. Oktober, 19.30 Uhr, Factory Hotel „Cloud“-Forum

Startseite
ANZEIGE