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Clinic-Clowns in der Pandemie

Mit Musik und Seifenblasen auf den Klinik-Fluren unterwegs

Münster

Sechs Clinic-Clowns arbeiten in der Uniklinik Münster. Eine von ihnen ist Irmhild Willenbrink. Für sie ist es in Zeiten der Corona-Pandemie wichtiger denn je, für Patientinnen und Patienten im Kindes- und Jugendalter da zu sein.

Musik erreicht die Kinder immer: Bei den Besuchen von Irmhild Willenbrink dürfen sich die kleinen Patientinnen und Patienten Lieder wünschen – die eigensinnigen Interpretationen von Clownin Lollo sind inbegriffen. Foto: UKM

Seit fast zwei Jahren besuchen die Clinic-Clowns im Universitätsklinikum Münster (UKM) die Kinderstationen unter Pandemie-Bedingungen. Und ein Ende scheint noch immer nicht in Sicht. Irmhild Willenbrink, als Lollo auf den Klinikfluren gut an dem roten Hut und weißen Kittel zu erkennen, hat sich wie ihre Clowns-Kollegen an die Schutzmaßnahmen gegen Corona gewöhnt, wie sie in einer Pressemitteilung des UKM sagt: "Wir spielen ohne die Zimmer zu betreten vom Türrahmen aus. Mit einem Handpuppenspiel oder anderen Improvisationen, Musik und Stimme lässt sich fast jedes Kind auch auf Abstand erreichen."

Viele Beschäftigungsangebote für Kinder müssen nach Angaben des UKM wegen Corona noch immer pausieren. Für Irmhild Willenbrink ist es deshalb umso wichtiger, für die jungen Patienten da zu sein: "Vor allem die schüchternen Kinder habe ich im Blick. Solche Kinder, die in der dritten Reihe stehen." Die gebürtige Westfälen erzählt: "Als Clownin sehe ich mich als ihre Verbündete. Während eines Klinikaufenthalts fühlen die Kinder sich oft einer Situation ausgeliefert. Bei unseren Clowns-Visiten passiert jedoch nur, wozu sie Lust haben. Das gibt den Kindern Selbstbewusstsein und macht sie für ihre Zeit in der Klinik stark."

Vom Kabarettprogramm zum Clinic-Clown

Doch wie wurde Irmhild Willenbrink Clinik-Clownin? Bereits während ihres Psychologie-Studiums in Münster spielte sie in Studentenensembles Theater. Als Psychologin war sie dann nur kurz tätig. Theaterprojekte füllten bald den Arbeitstag, Nach einem Auftritt ihres damaligen Kabarettprogramms gemeinsam mit Marcell Kaiser kam Christian Heeck auf das Duo zu. Als Kulturreferent im UKM hatte er einige Jahre zuvor Clinic-Clowns ins Klinikum geholt. Nun sollte die Gruppe vergrößert werden.

Nur ein Beispiel, in Zeiten der Pandemie auf schöne Art den Abstand zu überbrücken: Clownin Lollo (hier zusammen mit Clown Konrad) schickt einem Kleinkind Seifenblasen zum Bett. Foto: UKM

Seit 1999 sind Irmhild Willenbrink und Marcell Kaiser deshalb Teil des Clowns-Teams. Für Willenbrink eine erfüllende Tätigkeit: "Leid und Krankheit sind in der Welt und wenn ich die Möglichkeit habe, mit meinen Mitteln etwas Leichtigkeit zu schenken, dann mache ich das von Herzen gerne."

Irmhild Willenbrink

Auch in der Pandemie besuchen die Clinic-Clowns laut der Mitteilung des UKM Woche für Woche die Kinderstationen. Ihr Ziel ist es, die Kinder und ihre Eltern bestmöglich durch die Zeit ihrer Krankheit zu bringen. "Wenn wir nach unserer Visite aus den Patientenzimmern gehen, die Atmosphäre positiv verändert ist und Zuversicht in der Luft liegt, bleibt etwas zurück, das die Kinder durch den Klinikalltag trägt", beschreibt Irmhild Willenbrink die Wirkung der Clowns. 

Ihr Ziel ist es, die Atmosphäre im Patientenzimmer positiv zu verändern und die Kinder stark zu machen: Seit 23 Jahren ist Irmhild Willenbrink als Clownin Lollo am UKM tätig. Foto: UKM

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