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Zweiter Teil der Stadtflächenunterhaltung

Moderate Mooswesen und Panikrocker im Kunstmuseum

Münster

Bei Filmen sind die zweiten Teile oft schlechter als die ersten. Das gilt nicht für die Stadtflächenunterhaltung. Am Freitag wurde Münsters Innenstadt erneut zur Bühne für kleine Konzerte und Aufführungen. Mit einem echten Höhepunkt zum Abschluss.

Von Pjer Biederstädt

Die Mooswesen trugen zwar Maske statt fusseliger Gesichtsvermummung, sorgten aber trotzdem für Abstand im Publikum. Foto: Biederstädt

Steffi Stephan kommt vier Minuten vor seinem Auftritt bei der Stadtflächenunterhaltung ins LWL-Museum für Kunst und Kultur. Aber von Panik keine Spur. Während er in Ruhe das Kabel zu seinem Bass sucht, legt Dr. Uwe Koch am Keyboard einfach schon mal los. Jens Beckmann am Schlagzeug und Udo-Lindenberg-Gitarrist Hannes Bauer stimmen ein. „Dieser Soundcheck dauert 20 Minuten und beginnt zu jeder vollen Stunde“, witzelt Koch.

Den Zuschauern im gut besuchten Museumsfoyer ist die Verzögerung egal. Das improvisierte Intro allein ist die Reise wert. Auch Skateboard-Pionier Titus Dittmann, der sich den Auftritt der Rock-Veteranen nicht entgehen lassen will, wippt schon mit dem Fuß.

Hannes Bauer gibt den Hans Albers

Dann ist Steffi so weit. „Das ist kein Konzert, sondern die Zusammenkunft einiger Leute, die lange keine Musik mehr gemacht haben“, versucht er die Erwartungen zu dämpfen. Am Ende ist es natürlich doch ein Konzert – und zwar ein ziemlich gutes. Zum Warmwerden ein eigener Song von Steffis Praktikantin Julia Hermann. Überragend ist Hannes Bauers „La Paloma“-Version mit einer Stimme ziemlich dicht am Original Hans Albers.

Die Auftritte des Panikorchesters sind beim zweiten Teil der Stadtflächenunterhaltung in guter Gesellschaft.

Wie bereits am vergangenen Freitag ploppen am Freitag ab 16 Uhr an vielen Orten Konzerte und Kunstaktionen auf. Besonders viele Passanten halten bei Eckerle am Prinzipalmarkt an, wo „Ticket to Happiness“ feinsten Irish Folk spielt. Ebenfalls umjubelt: die Jazz-Studierenden Dominik Maxelon (Keyboard) und Paulina Rose (Gesang).

Die heimlichen Stars

Und die Mooswesen? Die Grünlinge mit dem Zottel-Outfit waren erneut die heimlichen Stars der Veranstaltung. Die für Abstand im Publikum sorgenden Corona-Sheriffs kamen diesmal aber etwas weniger furchteinflößend vermummt, dafür maskiert daher, nachdem ihr Äußeres vergangene Woche einen Polizeieinsatz auslöst hatte.

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