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Stadtflächenunterhaltung in Münster

Mooswesen lösen Polizeieinsatz aus

Münster

Ohne Moos nix los: Die grünen Mooswesen haben bei Performances und Konzerten der Stadtflächenunterhaltung in der Innenstadt für Abstände im Publikum gesorgt – und ihres martialischen Aussehens wegen einen Polizeieinsatz ausgelöst. Eine Glosse. 

Von Pjer Biederstädt

Mooswesen in freier Wildbahn Foto: Oliver Werner

Das Mooswesen (lat. moosi nuferis) ist eine scheue Spezies. Halb Pflanze, halb Mensch lebt es das ganze Jahr über unbemerkt im Dickicht des Promenadenrings. Nur zur Stadtflächenunterhaltung verlassen die grunzenden Grünlinge ihr natürliches Habitat und ziehen in die Innenstadt, um dort bei Konzerten mit Zollstöcken für Abstände im Publikum zu sorgen. Denn ihr Urinstinkt – darüber herrscht Konsens in der internationalen Forschung – ist die Verhinderung von Corona-Infektionen.

Die friedfertigen Kreaturen werden jedoch in freier Wildbahn von Menschen ob ihrer klobigen Statur und der militärgrünen Struwwelpeterlichkeit mitunter als Bedrohung wahrgenommen.

Harmlose Kreaturen

So auch am vergangenen Freitag, als Passanten angesichts der moosigen Zweibeiner die Polizei riefen. Tatsächlich rückten Beamte aus, doch die Situation habe sich im Austausch von Blau- zu Grünwesen schnell aufgeklärt, teilte Andreas Bode, Sprecher und (nicht offiziell bestätigter) Mooswesenbeauftragter der Polizei Münster mit. Für den zweiten Teil der Stadtflächenunterhaltung am heutigen Freitag solle das Erscheinungsbild aber bitte weniger martialisch sein.

Entdecker und Kenner der Mooswesen, Thomas Nufer, hat die Herde bereits vom Gesichtsbewuchs befreit. Um der Bevölkerung die Angst zu nehmen, werde er die Wesen außerdem mit einem Schriftzug markieren. Passanten, die eines der seltenen Exemplare zu Gesicht bekommen, sollten nicht die Polizei rufen. Denn die tun nichts, die wollen nur Abstand halten.

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