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Premiere von „Münster 1972!“ im Cineplex

Die Kämpfe von damals und Hoffnungen von heute

Münster

„Münster 1972!“ feierte am Donnerstag seine Uraufführung im Cineplex. Der Film blickt auf fünf Jahrzehnte Demonstration für die Rechte Homosexueller in Münster zurück und ist im Cinema nochmal zu sehen.

Einige interessierte Besucher kamen am Donnerstag ins Cineplex. Der Film entstand 2021, Regie führte Maurice Egen. Foto: Matthias Ahlke

29. April 1972 in Münster. Es war ein Tag, an dem durchaus Geschichte geschrieben wurde – auch wenn das nicht jedem der 200 Demonstranten bewusst gewesen sein mochte: In der Domstadt fand damals die erste schwul-lesbische De­monstration in Deutschland statt.

50 Jahre danach sind Anlass genug für die queere Community der Stadt, zurück auf die Anfänge und mit Mut in die Zukunft zu blicken. Beides – Vergangenes und Gegenwärtiges – verbindet der Film „Münster 1972!“, der am Donnerstag Premiere im Cineplex feierte.

Die Vielfalt der vergangenen fünf Jahrzehnte

In dieser kommen die münsterischen Zeitzeugen Halina Bendowski, die damals von außen auf die Veranstaltung blickte, Sigmar Fischer aus dem Vorstand der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren sowie Sexualwissenschaftler Martin Dennecker, der vor 50 Jahren mitlief, zu Wort.

Letzterer freute sich: „Der Film zeigt die ganze Vielfalt und die Entwicklungen der vergangenen fünf Jahrzehnte auf.“ „Münster 1972!“ zieht einen Bogen der Herausforderungen und Sorgen von damals über die gesellschaftlichen Umbrüche bis zur heutigen Situation.

Martin Dennecker

„Ein solcher Film ist immer noch wichtig, weil homophobe Äußerungen und Taten in der Gesellschaft weiterhin vorhanden sind“, so Dannecker. Der Tenor: In den vergangenen Jahren ist viel vorangetrieben worden, die immer größer werdenden CSD-Paraden sind für Bendowski das beste Beispiel steigender gesellschaftlicher Akzeptanz. „Trotzdem gibt es noch viel, wofür es zu kämpfen gilt.“ Jüngere Protagonisten wie Philipp Büscher und Moritz Dreßen machten deutlich wie schwierig heute noch ein Coming-out sei.

Die Dreharbeiten liefen 2021 mit dem Medienprojekt Wuppertal. Das Familienministerium NRW, das queere Netzwerk des Landes sowie „Anders und Gleich“ förderten den Film, der in der Zusammenarbeit mit dem Schwulen- und Lesbenverband Livas sowie dem Schwulenzentrum KCM entstand.

Der Film wird am Sonntag (23. Oktober) um 16.05 Uhr bei den Queerstreifen gezeigt.

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