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Osternacht im Paulus-Dom

Jesus als Hoffnungszeichen in einer schwierigen Zeit

Münster

„Jesus Christus, Grund der Hoffnung gerade in extrem schwierigen Situationen“ und „die Auferstehung als Signal der Hoffnung und des Lebens deuten“, so die Botschaft von Bischof Dr. Felix Genn in der Osternacht und am Karfreitag im Paulus-Dom.

Helmut P. Etzkorn

Osternacht im Paulus-Dom in Münster. Foto: Helmut P. Etzkorn

Mit dem Entzünden der Osterkerze am späten Samstagabend an einem kleinen Feuer vor der Bistumskirche endete in der Osternacht die für jeden in der Kathedrale zunächst spür- und sichtbare Finsternis. Nach und nach wurde von geistlichen das Licht von Kirchenbank zu Kirchenbank im abgedunkelten Dom an die Gläubigen weitergegeben, bis jeder der rund 600 Gottesdienstteilnehmer sein ganz persönliches Kerzenfeuer in der Hand halten konnte.

„Er ist nicht hier“, so Genn in seiner Predigt. Eine Erfahrung, die auch heute viele Menschen machten, die mit Gott nur wenig anfangen könnten, ihn nicht vermissten und ihn offenbar für ihr Leben nicht brauchten. Auch gläubige Menschen könnten, wenn sie ehrlich seien, sicher oft sagen, dass sie Gott nicht spüren, dass er auch für sie nicht da sei, predigte Genn.

Dennoch solle man nicht aufgeben, denn die Osterbotschaft vermittle ja die Erfahrung der Abwesenheit und der inneren Not. Genn: „Wir müssen mit Gottes Wort und unseren Fragen im Austausch bleiben. Alle die an seinem Wort festhalten und ihn nicht aufgeben wollen, können Leben finden und Hoffnung haben.“

Beim Gottesdienst am Karfreitag legte Genn bei der Feier vom Leiden und Sterben Christi den Fokus auf den Krieg in der Ukraine. „Dieses Schreckliche, das die ukrainischen Menschen erleben, wird keine Zukunft haben“, so der Bischof. Er würdige ausdrücklich die Widerstandskraft der Menschen gegen die „Macht des Bösen“ und sprach von „Mördern, denen das Herumliegen der Leichen egal ist und verhärteten Politikern, die trotz vielfältiger Bemühungen und nicht zu überzeugen seien, dem Treiben ein Ende zu machen“.

Das Kontrastbild hier im friedlichen Münster zur Situation in den Kriegsgebieten „zerreißt mich fast“, meinte das Bistumsoberhaupt. Genn: „Hier diese eindrückliche Gebetszeit dort zerstörte Städte, weinende Menschen und Tote, die einfach weggeschafft werden müssen, weil man keine Zeit für ein Begräbnis findet“. Ostern sei am Ende aber auch ein Zeichen des Sieges des Lebens über den Tod, so Genn.

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