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Neuer Sternenhimmel in Münsters Planetarium

Westfalens Blick auf fremde Welten

Münster

Münster hat nach eineinhalb Jahren Umbauzeit eines der modernesten Planetarien Europas. Experten sagen, dass die Illusion des nächtlichen Sternenhimmels nahezu perfekt sei. Der neue Sternenprojektor allein kostete 700.000 Euro.

Von Ralf Repöhler

Der 723 .000 Euro teure Sternenprojektor zaubert die Sterne und Planeten zum Greifen nah in die Kuppel. Foto: Christoph Steinweg

„Ich seh den Sternenhimmel . . .“ Wenn letztendlich nur als eine riesengroße Illusion, hätte Neue-Deutsche-Welle-Sänger Hubert Kah trotzdem seine helle Freude an dem neuen Firmament im Planetarium des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) in Münster.

Das LWL-Museum für Naturkunde lädt ab 2. Juli zu einer neuen, atemberaubenden Reise zu den Sternen ein. Die Milchstraße, der Polarstern, der Große Wagen – alles ist dort naturgetreu nachgebildet und zum Greifen nah in der riesigen Kuppel, die einen Durchmesser von 20 Metern hat.

Vier Millionen Euro hat der Landschaftsverband investiert, um die Sterne und das zu Beginn der 1980er Jahre entstandene Planetarium in einer eineinhalbjährigen Umbauzeit herauszuputzen. „Es ist unser Fenster in den Himmel in Westfalen“, sagt LWL-Direktor Matthias Löb. Einen so dunklen und prachtvollen Nachthimmel könne man wegen der Lichtverschmutzung nirgends in Deutschland mehr erleben, so wie dank der Technik im Planetarium Münster. „Es ist nicht nur ein Ort der Entspannung, sondern auch der Wissensvermittlung“, findet Löb.

Sternenprojektor im Zentrum des runden Saals

In dem großen Sternentheater funkeln 9500 Sterne und Planeten an der 360-Grad-Decke, 500 mehr als vorher. Hinter der Illusion des nächtlichen Sternenhimmels stecken viel Wissen und Geld. „Der LWL hat das Planetarium rundum erneut und modernisiert, technisch wie baulich“, sagt Löb. Es funktioniert, „wie eine große VR-Brille, die alle gemeinsam aufsetzen“, ergänzt der Leiter des LWL-Naturkundemuseums, Dr. Jan Ole Kriegs.

Herzstück des Planetariums ist „Orpheus“. Der Sternenprojektor steht im Zentrum des runden Saals. Er ist überraschend klein, aber oho. 723. 000 Euro hat „Orpheus“ gekostet. „Der Wert besteht in der Miniaturisierung“, sagt der Leiter des Planetariums, Dr. Björn Voss. Der freie Blick wird nicht durch eine große Kugel gestört. „Orpheus“ erzeugt den nächtlichen Sternenhimmel, so wie wir ihn von der Erde aus sehen können.

Audioanlage mit 49 Lautsprechern im 360-Grad-Sound

Die Reise ins All machen zehn 360-Grad-Projektoren und 21 PC möglich, die die Bilder an die exakt richtige Stelle der Kuppel werfen. Sie ist über zwei Monate lang Platte für Platte montiert worden.

Über 200 Gäste fliegen auf neuen, drehbaren Sitzen mit zu fernen Planeten. Eine moderne Laserprojektionsanlage rundet den technischen Baukasten ab. Dazu kommt eine neue Audioanlage mit 49 Lautsprechern im 360-Grad-Sound. Da wird jeder DJ in der Disco neidisch. „Es ist die gleiche Lautsprechertechnik wie in der Hamburger Elbphilharmonie“, sagt Voss nicht ohne Stolz. Die Kosten für die Audioanlage in Münster: 180 .000 Euro.

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