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Bekenntnis zur Batterieforschungsfabrik

Münster als Spinne im Netz

Münster

Die erste Anlage des neuen bundesweiten Batterieforschungszentrums in Münster hat mit dem Regelbetrieb begonnen. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek schaut sich die Anlage, in der rund 60 Wissenschaftler arbeiten, am Freitag an.

Von Karin Völker

Die Weiterentwicklung von Stromspeichern ist für die Energiewende besonders wichtig. NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeifer-Poensgen (v.l.), Bundesbildungs- und Forschungsministerin Anja Karliczek und  NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart schauen sich die Forschungsfabrik in Münster an.   Foto: Karin Völker

Es war der größtmögliche ministerielle Aufmarsch aus Bund und Land, den die verhältnismäßig bescheidenen Räumlichkeiten des „Alexianer Pro-Werks“, Seiteneingang des Finanzamtes am Zentrum-Nord in Münster, am Freitagmorgen erlebte. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, seine Kabinettskollegin Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und noch-Bundesbildungsministerin Anja Karliczek besuchten die Keimzelle eines Projekts, von dem sie sich Großes versprechen und in das Bund und Land 680 Millionen Euro investieren.

Die Botschaft: Das Projekt „Forschungsfertigung Batteriezelle“, kurz FFB, steht allen Zweifeln zum Trotz, die Vorbereitungen sind im Plan, die Industrie, etwa Evonik, steht als Partner bereit, und: „Die Batteriezellfertigung ist eine Schlüsseltechnologie für viele Industriezweige, für die staatliche Förderung geboten sei.“ So sieht es die scheidende Bundesministerin Anja Karliczek, die mit der Vergabe des Megaprojekts nach Münster und Nordrhein-Westfalen bekanntlich immer wieder in die Kritik geraten war. Alle Zweifel sind für sie jetzt ausgeräumt: „Münster ist die Spinne im Netz der deutschen Batterieforschung“, so Karliczek.

Und, das bekräftigte Minister Pinkwart, dessen FDP voraussichtlich in der neuen Bundesregierung beteiligt sein wird, und seine Kollegin Pfeiffer-Poensgen: „Das Projekt ist nicht abhängig von Regierungswechseln.“

Für die Minister geht es bei dem Projekt um nicht weniger als die Zukunft des Industrielandes Deutschland, denn die „Batterie-Forschungsfabrik“, deren Anlagen ab 2025 im Hansa-Business-Park in Münster-Amelsbüren Produktionsverfahren für die Herstellung von Batteriezellen als Transferleistung für und mit Partnern aus der Industrie und Wirtschaft erproben wird, soll die komplette Breite der Anwendung abdecken. Batterien für E-Autos sind zwar ein wichtiger, aber eben nur ein Teil dieses Spektrums, verdeutlichte Prof. Jens Tübke, der für die Fraunhofer-Gesellschaft das Projekt in Münster koordiniert. Es gehe nicht nur darum, maximal leistungsfähige und sichere Batterien möglichst preiswert, umweltverträglich und in hoher Stückzahl zu fertigen, sondern auch die Maschinen dafür zu entwickeln.

Erste Resultate sind im Reinraum des Alexianer Pro-Werks zu besichtigen, wo seit einigen Monaten Verfahren zur Optimierung der Lithium-Ionen-Batterieherstellung in Kooperationen mit ersten Partnern aus der Wirtschaft erprobt werden.

Ende kommenden Jahres soll das Gebäude des ersten Bauabschnitts der FFB, ein Forschungsbau in Amelsbüren, bezogen werden.

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