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Lockerung der Corona-Regeln

Münster geht großen Schritt in die Normalität

Münster

Ab Freitag kommt Münster in den Genuss zahlreicher Lockerungen – von der Öffnung der Innengastronomie bis zum Shoppen ohne Corona-Test. Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer sieht den großen Schritt in Richtung Normalität aber durchaus mit gemischten Gefühlen.

Martin Kalitschke und Lukas Speckmann

Am Freitag öffnet in Münster wieder die Innengastronomie – natürlich mit einigen Auflagen. Foto: Matthias Ahlke (Archivbild)

Essen nicht nur vor, sondern auch im Restaurant, Shoppen ohne Corona-Test, Vorführungen in Theatern und Kinos, Öffnung der Fitnessstudios: So viel Freiheit gab es schon lange nicht mehr. Münster ist die erste Stadt in NRW, in der am Freitag umfangreiche Lockerungen greifen, nachdem die Inzidenz fünf Werktage hintereinander unter 50 pro 100 000 Einwohner gelegen hat.

So sehr sich der Leiter des städtischen Corona-Krisenstabes über diese positiven Entwicklungen freut – auf den bevorstehenden großen Schritt in Richtung Normalität blickt Wolfgang Heuer mit „gemischten Gefühlen“.

Negativtests, Abstandsgebot und Maskenpflicht

Nach mehr als einem halben Jahr eines mal mehr, mal weniger harten Lockdown werde es mit Inkrafttreten der Lockerungen viele Menschen in die Innenstadt ziehen. „Es wird proppevoll werden“, befürchtet Wolfgang Heuer. Umso mehr appelliert er an alle, die „sehr gute Ausgangslage“ – hohe Impfquote, große Testbereitschaft, umsichtiges Verhalten – nicht aufs Spiel zu setzen. „Selbstverständlich ist es wichtig, dass wir die begleitenden Regeln, die für diese Öffnungen gelten, einhalten. Unser Ziel muss es sein, die jetzige Entwicklung zu stabilisieren und möglichst zu verstetigen“, stellt der Krisenstabsleiter klar. Er betont, dass es nach wie vor eine Reihe von Regeln gebe, die beachtet werden müssen – von Negativtests in vielen Bereichen über Abstandsgebote bis hin zur Maskenpflicht. „Die Einhaltung dieser Regeln bleibt ein Teil unseres Erfolgsweges“, so Heuer.

Zugleich betont er, dass der Krisenstab „in nächster Zeit“ darüber sprechen werde, ob die Maskenpflicht in der Innenstadt weiter Bestand haben soll. „Diese Frage kommt sicher bald auf die Tagesordnung.“

Schuldezernent Thomas Paal

Trotz aller Vorsicht zeigt er sich gleichwohl optimistisch, „dass das gut gehen wird“ – und dass die umfangreichen Lockerungen nicht nur eine vorübergehende Erscheinung sein werden. Gleichzeitig unterstreicht er, dass die Stadt weiter auf verschiedene Szenarien vorbereitet sei – von der Möglichkeit, dass in Münster nun das Ende der Pandemie eingeleitet ist, bis hin zu einer möglichen weiteren Corona-Welle im Herbst, die dann gegebenenfalls bekämpft werden muss.

Ab 31. Mai ist außerdem wieder Präsenzunterricht möglich. Das teilte das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen (MSB) am Mittwoch mit. Dazu Schuldezernent Thomas Paal: „Auch die Schulen in Münster profitieren, wenn auch mit Verzögerung, aufgrund der niedrigen Inzidenzwerte von den allgemeinen Lockerungen.“

Diese Regeln gelten ab Freitag in Münster

Ab Freitag (21. Mai) gelten die vom Land verordneten Regeln bei einer Inzidenz unter 50:

  • Treffen mit höchstens zehn Personen (plus Kinder bis 14 Jahre) aus bis zu drei Haushalten sind möglich.
  • Bei Treffen gibt es keine Begrenzung der Personenzahl oder Haushalte, wenn alle Beteiligten nachgewiesen geimpft oder genesen sind.
  • Nachgewiesen Geimpfte (14 Tage nach der zweiten Impfung) und Genesene (mindestens 28 Tage, höchstens sechs Monate nach der Erkrankung) sind negativ Getesteten immer gleichgestellt.
  • Bei Genesenen, die mindestens eine Impfung erhalten haben, entfällt die Begrenzung auf sechs Monate.
  • Konzerte und Aufführungen in Theatern und Kinos sind zulässig. Vorgeschrieben sind Mindestabstände, die Kontaktrückverfolgung nach Sitzplan sowie für das Publikum negative Testergebnisse.
  • Im Einzelhandel gelten für alle Geschäftsarten die gleichen Regeln: Pflicht zur medizinischen Maske, Kundenbegrenzung auf eine Person pro zehn Quadratmeter, die Testpflicht entfällt.
  • Gastronomische Einrichtungen dürfen auch den Innenbereich wieder öffnen. In Innenräumen gilt für Personen an verschiedenen Tischen zwei Meter Abstand, draußen 1,5 Meter. Erforderlich sind negative Tests für Gäste und Personal, innen wie außen. Die gleichen Bedingungen gelten für Kantinen und Mensen.
  • Sport im Freien ist ohne Personenbegrenzung erlaubt.
  • Der Sport in der Halle sowie der Betrieb von Fitnessstudios ist mit negativem Test und Kontaktrückverfolgung erlaubt.
  • Zuschauer bei Sportveranstaltungen sind unter freiem Himmel auch ohne Test erlaubt – bis zu 20 Prozent der Sitzplatz-Kapazität, höchstens 500 Personen.
  • Sport-Zuschauer in Innenräumen sind nur mit negativem Test erlaubt – bis zu 20 Prozent der Sitzplatz-Kapazität, höchstens 250 Personen.
  • Freibäder samt Liegewiesen (eine Person auf sieben Quadratmeter), Minigolf­anlagen, Kletterparks oder Hochseilgärten sind bei negativem Test zugänglich.
  • Gäste in Ferienwohnungen, Campingplätzen Hotels oder Pensionen müssen ein negatives Testergebnis vorweisen. Die Kapazitätsbegrenzung wird aufgehoben.
  • Unter entsprechenden Hygieneauflagen ist die Öffnung von Messen und Märkten zulässig. Pro sieben Quadratmeter ist ein Gast erlaubt.
  • Tagungen und Kongresse können mit begrenzter Personenzahl und einer Negativtestung durchgeführt werden.
  • Private Veranstaltungen sind zulässig; unter freiem Himmel mit höchstens 100 Gästen, in Innenräumen mit höchstens 50 Gästen. In beiden Fällen müssen negative Testergebnisse vorgelegt werden. Partys und vergleichbare Feiern sind nach der Landesordnung aber weiterhin generell untersagt.
  • Der Betrieb von Spielhallen, Wettbüros und ähnliche Einrichtungen ist erlaubt. Die Zahl der Gäste ist begrenzt, eine Negativtestung erforderlich.          
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