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ADFC-Fahrradklima-Test 2020

Münster kann Titel "Fahrradhauptstadt" nicht zurückerobern

Münster

Wieder Platz zwei: Münster muss den Titel "Fahrradhauptstadt" auch in diesem Jahr der Stadt Karlsruhe überlassen. Auch andere Städte aus dem Münsterland haben beim Fahrradklima-Test des ADFC gut abgeschnitten.

Anna Spliethoff

Wie sicher fühlen sich Fahrradfahrer wie hier vor dem Hauptbahnhof in Münster? Die Antwort auf diese Frage ist Teil des Fahrradklima-Tests, der am Montag vorgestellt wurde. Foto: Gunnar A. Pier

nster ist die heimliche „Fahrradhauptstadt“ in Deutschland – aber auch in diesem Jahr nicht die offizielle. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat am Mittwoch die Sieger des Fahrradklima-Tests ausgezeichnet. Unter 25 Kommunen, die insgesamt ausgezeichnet wurden, waren fünf aus NRW. Wettringen erreichte, wie schon beim letzten Klimatest im Jahr 2018, Platz eins in seiner Städtegröße. Auf Platz zwei in ihrer jeweiligen Kategorie landeten neben Münster auch Bocholt, Meckenheim und Reken.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist nach Angaben des Verbands „die größte Umfrage zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit“. Rund 230 000 Teilnehmer haben diesmal abgestimmt, nur 15 Prozent sind ADFC-Mitglieder. 1024 Städte kamen in die Wertung – mehr als jemals zuvor. „Bei den Fragen geht es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und ob die Stadt in Zeiten von Corona das Fahrradfahren besonders fördert“, erläutert der ADFC.

Spitzenplatz für Wettringen

In der Klasse unter 20 000 Einwohnern sind gleich fünf Kleinstädte aus dem Münsterland unter den Top Ten: Neben der Gemeinde Wettringen (1,96), Reken (2,10), Heek (2,40) und Olfen (2,58) auch Schöppingen (2,75). Bocholt (2,8) hat nach sechs Jahren in Folge den Spitzenplatz in der Klasse bis 50 000 Einwohner verloren. Neuer Spitzenreiter ist die Stadt Nordhorn (2,6).

Die NRW-Großstädte über 500 000 Einwohner haben sich zwar im Vergleich mit den letzten Ergebnissen minimal verbessert, bekommen aber trotzdem schlechte Noten. Während Düsseldorf (4,12) mit Platz acht der 14 Metropolen in Nordrhein-Westfalen gerade noch im Mittelfeld landete, sind Essen (4,22), Dortmund (4,35) und Köln (4,37) bundesweit die Schlusslichter.

Münster hat gegenüber der Erhebung 2018 mit Blick auf den alten und neuen Spitzenreiter Karlsruhe in der Kategorie der Städte zwischen 200 000 und 500.000 Einwohnern an Boden gewonnen, Münster trennte jetzt noch 0,1 Punkt vom Sieger. So wurde die Situation des Radverkehrs in Münster insgesamt wieder etwas besser eingeschätzt als 2018.

„Damit wollen wir uns aber nicht zufriedengeben“, hob der städtische Verkehrsplaner Michael Milde in einer Pressekonferenz des ADFC hervor. Münster befinde sich in einer Phase der „Stadtraumreparatur“ – das bedeute, dass der Verkehrsraum stärker als früher zugunsten des Fahrradverkehrs neu aufgeteilt wird.

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