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25 Jahre Förderverein

Münster-Lublin: Es geht um Bürger-Kontakte

Münster

Die Partnerschaft von Münster und Lublin gilt als vorbildlich. Auch weil sich seit 25 Jahren ein Förderverein darum kümmert. Ein Interview mit der Vorsitzenden.

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Michaela Heuer (r.) und Lublins Stadtpräsident Krzysztof Żuk beim Neujahrsempfang des Fördervereins Münster-Lublin im Februar 2017. Foto: Oliver Werner

Twin Cities sagen die Engländer, Zwillingsstädte – das sind Münster und Lublin, die seit 1991 durch eine Städtepartnerschaft offiziell verbunden sind. Seit 1992 ist der Förderverein Münster-Lublin Motor dieser Partnerschaft, die nach den Worten von Staatsministerin Monika Grütters zur „größten Friedensbewegung der Welt“ gehört. Die Partnerschaft zwischen beiden Städten gilt als vorbildlich, 2002 wurde Münster mit dem Preis des Botschafters der Republik Polen für die beste Deutsch-Polnische Städtepartnerschaft ausgezeichnet. Das ist nicht zuletzt das Verdienst von Michaela Heuer, die bereits seit 21 Jahren treibende Kraft dieser Bürgerbewegung ist, wofür sie vom polnischen Staat auch schon mit einem Orden ausgezeichnet wurde. Über das Jubiläum „25 Jahre Förderverein“ sprach unser Mitarbeiter Erhard Obermeyer mit der Vorsitzenden Michaela Heuer.

Wie war Anfang der 90er-Jahre der Ausgangspunkt, der zur Gründung des Fördervereins Münster-Lublin führte?

Heuer: Bürgerinnen und Bürger aus Lublin und Münster hatten im Januar 1990 die Idee zur Städtepartnerschaft und ergriffen die Initiative. Die offizielle Partnerschaftsurkunde trägt den Wurzeln der Städtepartnerschaft im privaten Engagement Rechnung: Im Mittelpunkt sollen bürgerschaftliche Kontakte und Begegnungen stehen. Diese Leitidee der „Bürger-Städtepartnerschaft“ hat zur Gründung des Fördervereins Münster-Lublin geführt.

Die Bürger der Stadt Lublin hatten damals bis vor Kurzem in einem kommunistischen Land gelebt. Das muss für sie doch Neuland gewesen sein, sich für ihre eigenen Belange zu engagieren?

Heuer: Ja. Und doch waren es junge Studierende, die sich in einer Stiftung organisiert haben und die Chance, die ihnen die Geschichte gegeben hat, aktiv in die Hand nahmen. Diese Stiftung war es, die Anfang der 1990er-Jahre in Lublin ein ganz wesentlicher Impulsgeber für die städtepartnerschaftlichen Kontakte wurde. Die Begegnungen mit diesen jungen Menschen, die Aufbruchstimmung, der Idealismus der ersten Jahre, das gehört für mich bis heute zu den schönsten Erfahrungen in 25 Jahren Förderverein.

Wer sind heute die Träger der Städtepartnerschaft, die ja auch mehrfach als vorbildlich ausgezeichnet worden ist?

Heuer: Sicher der Förderverein, das Ratsgymnasium und das Schillergymnasium mit ihren Partnerschulen. Und dann gibt es noch die projektbezogenen Kooperationen und natürlich die Stadtverwaltungen selbst.

Gelingt es, die Jugend an die Städtepartnerschaft heranzuführen? Für die junge Generation ist das doch alles selbstverständlich.

Heuer: Ja, das stimmt. Aber die regelmäßigen Schülerbegegnungen des Ratsgymnasiums und des Schillergymnasiums mit ihren Partnerschulen in Lublin sowie die Kontakte der Musikschulen sind beste Beispiele, die Jugend an die Städtepartnerschaft heranzuführen. Wer erst einmal in der Partnerstadt gewesen ist, der ist begeistert und wird Multiplikator.

Gibt es besondere Projekte zwischen den beiden Städten, die gemeinsam gepflegt werden?

Heuer: Ein Beispiel: Im April 2015 hat die Europäische Kommission die Rathäuser von Münster und Osnabrück als „Stätten des Westfälischen Friedens“ und die Lubliner Union – konkret drei Projekte, die mit der Lubliner Union verbunden sind (Dreifaltigkeitskapelle im Schloss, Dominikanerkirche und -kloster und Denkmal der Lubliner Union) – mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Das ist ein Projekt, das beide Städte gemeinsam pflegen und weiterentwickeln.

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