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Tech-Szene trifft sich zum 4. „Münsterhack“

Münster sucht die Supernerds

Münster

Wer hat die innovativste Idee? Beim vierten „Münsterhack“ tüfteln am Freitag und Samstag über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Mentoren zusammen an Projekten, um Prototypen und Softwareentwicklungen für die smarte Stadt von morgen zu bauen. Eine Revolution in Sachen Parkplatzsuche steht unmittelbar bevor – zumindest theoretisch.

Pjer Biederstädt

Moritz Beimann (v.l.), Rieke Bonna, Erik Keil, Anastasia Becker und Paula Roberta Raths gehören zu einem 14-köpfigen Team, das beim „Münsterhack“ ein smartes Parkraum-Managementsystem entwickeln will. Foto: Pjer Biederstädt

Wäre es nicht schön, bei der Parkplatzsuche mit dem Auto sofort zu wissen, wo die nächste freie Lücke ist? Was wie Zukunftsmusik klingt, könnte in Münster bald Realität sein. Denn beim „ Münsterhack “, dem Treffen der Tech-Szene vom Digital Hub Münsterland und der Items GmbH, arbeiten am Freitag und Samstag 14 junge Köpfe am Projekt „münster:parkme“.

36 Stunden harte Arbeit

„Über Sensoren im Boden wird festgestellt, ob Parkplätze frei sind, was der User über die Münster-App sehen kann“, erklärt Anwendungsentwickler Erik Keil am Freitagnachmittag im Items-Standort am Hafenweg. Außerdem kann der Autofahrer online Stellplätze in Parkhäusern buchen, das Ordnungsamt sieht, wenn Krankenhauseinfahrten blockiert werden, und das Klima wird geschont, weil weniger unnötig umhergefahren wird. „Das ist jedenfalls die Idealvorstellung“, sagt Keil, „Münsterhack“-Sieger des Vorjahres. Doch der Weg dahin ist noch lang. Entwickeln, programmieren, designen – 36 Stunden harte Arbeit stehen bevor. Und Konkurrenz gibt es auch.

Vier Stunden zuvor: Freitag, 9 Uhr, der vierte „Münsterhack“ beginnt. Die Organisatoren Sebastian Köffer, Ralf Leufkes und Alexander Sommer begrüßen die 105 Teilnehmer – nicht wie sonst vor Ort, sondern coronabedingt in einer Zoom-Konferenz. Dort ploppt plötzlich ein Fenster mit Schirmherr Markus Lewe – auf der Website liebevoll als Obernerd bezeichnet – auf. Seine Hoffnung: Smarte Lösungen für Münster.

Input-Vorträge der Jury

Nach Input-Vorträgen von Jury-Mitgliedern – Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk stilecht mit Hackathon-Hoodie statt Anzug – und Mentoren, also Profis, die den Teams Tipps geben, beginnt die Vorstellung der Ideen. Oder im Tech-Sprech: die Pitches.

Was ist ein Hackathon?

Beim Hackathon – eine Wortschöpfung aus „Hack“ (englisch: technischer Kniff) und „Marathon“ – kommen Menschen zusammen, um innerhalb eines begrenzten Zeitraumes gemeinsam nützliche und innovative Softwareentwicklungen und Prototypen herzustellen. Hackathons haben immer ein spezifisches Thema. Beim „Münsterhack“ bringen die Teilnehmer Ideen zur Verbesserung des Stadtlebens mit, die sie in Teams in 36 Stunden in die Tat umsetzen.

Eine digitale Corona-Kontaktverfolgung in der Gastronomie statt Zettelwirtschaft, ist so eine Idee. Oder eine App, die bei der Produktsuche im Netz lokale Händler zuerst vorschlägt. Doch nicht nur Techies sind gefragt: Zwei Geisteswissenschaftler haben das Ziel, 5000 Geschichtswettbewerbsbeiträge von Schülern zu digitalisieren und visuell zugänglich zu machen. „Wir als Historiker würden das in einer Excel-Tabelle machen, deshalb brauchen wir dringend Unterstützung“, scherzen die Ideengeber Johanna und Philipp. Ach ja, Nachnamen gibt es in der Tech-Szene quasi nicht. Lewe und Jurczyk sind heute Markus und Sebastian.

Ob die Idee „münster:parkme“ von der Jury als besonders innovativ, verwertbar und nachhaltig bewertet wird, zeigt sich am Samstagabend. Um 18 Uhr gibt es die Ergebnisse, um 21 Uhr die Siegerehrung – beides im Livestream unter www.muensterhack.de.

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