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Machtübernahme durch die Taliban

Münster will Ortskräfte aus Afghanistan aufnehmen

Münster

Nach der Machtübernahme der Taliban werden aktuell Menschen aus Afghanistan ausgeflogen. Darunter sind auch viele sogenannte Ortskräfte. Die Stadt Münster will ihnen eine Perspektive bieten. 

 

In Kabul startete am Dienstagabend ein dritter Evakuierungsflug mit 139 Menschen an Bord. Foto: Bundeswehr/Marc Tessensohn

Die Stadt Münster will Ortskräften aus Afghanistan, die vor den Übergriffen der Taliban flüchten müssen, eine Perspektive bieten. Als Mitgliedstadt im Bündnis "Städte Sicherer Häfen" schließt sie sich laut einer Pressemitteilung einer Initiative der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam an.

Die Initiative signalisiere die klare Bereitschaft, zusätzliche afghanische Ortskräfte aufzunehmen, die der Notsituation in ihrem Heimatland entkommen können. "Die Ortshelfer in Afghanistan haben sich seit 2001 solidarisch gezeigt mit ihrer Unterstützung der deutschen Sicherheitskräfte. Nun ist es selbstverständlich, dass wir uns mit ihnen solidarisch zeigen und ihnen unbürokratisch unsere Hilfe anbieten", sagt Oberbürgermeister Markus Lewe in der Mitteilung.

"Wir werden niemanden abweisen müssen"

Bereits 2020 hat der Rat der Stadt Münster beschlossen, im Rahmen der Seenotrettung zusätzlich 60 erwachsene Geflüchtete und 20 unbegleitete Minderjährige aufzunehmen. "Dieses Kontingent wurde nicht ausgeschöpft, so dass die Stadt Münster zahlreiche aus Afghanistan fliehende Ortskräfte aufnehmen kann. Wir werden in dem starken Städtebündnis niemanden abweisen müssen", sagt Stadtdirektor Thomas Paal, Koordinator des Bündnisses "Städte Sicherer Häfen" für Münster.

Ende 2020 waren nach Angaben der Stadt etwa 680 Menschen afghanischer Staatsangehörigkeit in Münster gemeldet. Ihre Zahl ist vor allem 2015 und 2016 stark gestiegen. Zwischen 2004 und 2014 waren es weniger als 200 Menschen aus Afghanistan, die in Münster gemeldet waren.

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