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Kommunikationswissenschaftler befragen knapp 700 Personen

Münsterländer vertrauen etablierten Medien und befolgen Hygieneregeln

Münster

Zufrieden mit dem Medienangebot und Bewusstsein für Hygieneregeln: Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer aktuellen Bürger-Befragung der Uni Münster. Doch: Das Verhalten der Menschen hat sich während der Pandemie verändert.

Die Corona-Pandemie hat das Verhalten der Münsterländer verändert. Viele arbeiten deutlich mehr im Homeoffice als noch vor der Pandemie. Foto: dpa (Symbolbild)

Die Menschen im Münsterland vertrauen in Zeiten der Corona-Pandemie den etablierten Medien und befolgen die Hygiene-Empfehlungen. Das sind zwei zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Bürger-Befragung zum Gesundheits- und Medienverhalten durch das Institut für Kommunikationswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU). Das hat die Uni jetzt mitgeteilt.

Anfang Mai befragten die Wissenschaftler knapp 700 Personen im Alter zwischen 14 und 80 Jahren aus Münster und den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf. Im Gegensatz zu einigen anderen Studien trugen die Forscher durch die Befragung von Personen bis 80 Jahre dem hohen Anteil von Älteren in der Bevölkerung Rechnung. Die Datenerhebung erfolgte zu einer Zeit, in der das Tragen von Schutzmasken verpflichtend wurde und 158 Personen in der Region aufgrund von Covid-19 verstorben waren.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Untersuchung von Prof. Dr. Bernd Blöbaum, Prof. Dr. Volker Gehrau, Carla Schieb und Sam Fujarski gibt Aufschluss über die Nutzung und Bewertung von Informationsquellen und Gesundheitseinrichtungen sowie Verhaltensänderungen während der Corona-Krise.

Die wesentlichen Ergebnisse

Die klassischen Medien Fernsehen, Radio und Regionalzeitung sind in Krisenzeiten die wichtigsten Informationsvermittler. 38 Prozent der Münsterländer nutzten zu dem genannten Zeitpunkt täglich die Lokal- oder Regionalzeitung, um sich über Gesundheitsthemen zu informieren. Insbesondere das Fernsehen (58 Prozent tägliche Nutzung) mit seinen fast täglichen Sondersendungen und das Radio (40 Prozent tägliche Nutzung) trugen dazu bei, die Menschen mit orientierenden Informationen zu versorgen.

Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram waren vor allem für die Jüngeren wichtige Quellen. 59 Prozent der 14- bis 39-Jährigen nutzten diese Angebote täglich oder mehrmals pro Woche – bei den über 65-Jährigen lag der Anteil bei 19 Prozent.

Antworten auf die Frage: Wie wichtig sind für Sie in Zeiten der Corona-Krise die folgenden Informationsquellen? Foto: Institut für Kommunikationswissenschaften

Zufrieden mit dem Medienangebot

Den Ergebnissen nach haben Ärzte, Familien und Freunde ebenfalls eine große Bedeutung als Informationsquellen während der Corona-Krise: Rund 50 Prozent der Befragten bezogen täglich oder mehrmals pro Woche Familienmitglieder ein, um sich zu informieren, gut ein Drittel sprach mit Freunden und Bekannten über Gesundheitsthemen.

Insgesamt fühlten sich die Studien-Teilnehmer gut über Gesundheitsthemen informiert und waren zufrieden mit dem Medienangebot. Über 80 Prozent fanden die Berichterstattung zu Corona nachvollziehbar. Drei Viertel nahmen die Inhalte als kompetent wahr, jeweils knapp zwei Drittel hielten sie für ausgewogen und vertrauenswürdig.

So hat sich das Verhalten verändert

Homeoffice, Einschränkungen beim Nah- und Fernverkehr, Maskenpflicht und allgegenwärtige Hygieneregeln – Corona und die damit einhergehenden Maßnahmen lösten bei knapp 40 Prozent der Münsterländer Besorgnis in Bezug auf die eigene Gesundheit aus. Jeder zehnte Befragte hat in seinem Umfeld eine Person, die mit Corona infiziert war, vier Prozent hatten Kontakt zu Infizierten, ebenfalls vier Prozent gaben an, auf Corona getestet worden zu sein.

Die von Experten und Behörden ausgegebenen Hygieneempfehlungen und Schutzmaßnahmen befolgten die Befragten im Münsterland in hohem Maße. Ein Viertel der Befragten schlief außerdem mehr als sonst, jeweils ein Drittel gab an, sich bewusst ausgewogener ernährt und regelmäßig Sport getrieben zu haben. 40 Prozent der Münsterländer arbeiteten täglich oder mehrmals die Woche im Homeoffice.

Gesundheitsversorgung im Münsterland

Die Corona-Krise war zu Beginn von medizinischen Themen geprägt: Krankheitsverläufe, Infektionswege, Intensivbetten, Behandlungsmethoden – im Zentrum stand die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems. Die Gesundheitsstudie dokumentiert jedoch auch in dieser Zeit eine insgesamt große Zufriedenheit mit dem Gesundheitsangebot im Münsterland.

Während in Münster selbst allerdings 56 Prozent mit der Hausarztversorgung völlig zufrieden sind, liegt der entsprechende Anteil in den Kreisen Borken (39 Prozent) und Steinfurt (36 Prozent) erheblich darunter. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in der Zufriedenheit mit der Krankenhausversorgung und der Versorgung durch Fachärzte.

Antworten auf die Frage: Wie beurteilen Sie den Versorgungsgrad Ihrer Gemeinde? Foto: Institut für Kommunikationswissenschaften
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